kommende Sondervorstellungen

DAS FLÜSTERN DER FELDER

Sondervorstellung am Sonntag, 18.01. 11:00 Uhr, Kamera

in Kooperation mit der Initiative Partnerschaft mit Polen e.V.

Thematische Einführung von Dr. Karoline Thaidigsmann (Slavisches Institut, Universität Heidelberg) vor Filmbeginn

PL/SRB/LT 2023 | Regie: DK & Hugh Welchman | 114 Min. | FSK 12

Anlässlich des 100. Todestages des polnischen Nobelpreisträgers für Literatur, Wladislaw Reymont (1867 - 1925), zeigen wir die Verfilmung "Das Flüstern der Felder", basierend auf dem Literaturklassiker des großen polnischen Schriftstellers.

Polen im späten 19. Jahrhundert. Die junge Jagna lebt in einem Dorf, das geprägt ist von Klatsch und Tratsch, vom Wandel der Jahreszeiten, von bunten Traditionen – und von einem tief verwurzelten Patriarchat. Jagna wird dem mächtigsten Bauern im Dorf versprochen, doch eigentlich liebt sie dessen Sohn, den rebellischen Antek. Als sie zum Spielball der Männer wird, lehnt sich Jagna auf und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.

Nach dem Publikumserfolg LOVING VINCENT er- schafft das Regie-Duo DK und Hugh Welchman mithilfe von über 100 Künstler:innen erneut ein visuell berauschendes Meisterwerk aus unzähligen handgemalten Ölbildern. Basierend auf dem mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten Roman „Die Bauern“ von Władysław Reymont erzählen sie entlang der Jahreszeiten die Geschichte einer jungen Frau, die nicht bereit ist, sich einem ungerechten System zu fügen.

 

UNTEN - Im Ortsverein

Sondervorstellung am Sonntag, 18.01. 11:00 Uhr, Gloria

Der SPD-Kreisverband Heidelberg lädt ein zur Sondervorstellung des Dokumentarfilms und Filmgespräch mit SPD-Landtagskandidatin Ines Palm und Regisseur Jan-Christoph Schultchen

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die interessiert sind an demokratisch-politischer Teilhabe über Parteigrenzen hinweg.  

Eintritt frei!

D 2025 Regie: Jan-Christoph Schultchen | 80 Min. | FSK 6
Dokumentarfilm

„Alerta, Alerta (…) Der Film ist ein bisschen wie die SPD selbst: steigt groß ein mit der „Internationalen“ und verwaltet dann seine eigene Idee. Wirbt für Parteiarbeit, aber beschönigt nicht. Ist sehr genau. Und manchmal braucht man beim Zuschauen einen Pappbecher Kaffee, um konzentriert zu bleiben. Aber doch, ja, es lohnt sich.“Süddeutsche Zeitung

Artikel 21 GG sagt „Die Parteien wirken an der politischen Willensbildung des Volkes mit“. Und das Orgastatut der SPD sagt mit § 8 „In dieser Gliederung vollzieht sich die politische Willensbildung der Partei von unten nach oben“.

Dieser eindeutigen Regelung folgen die Menschen in den Ortsvereinen. Sie mischen sich ein. Sie kleben Plakate und verbringen viel Freizeit, meist nach Feierabend, mit Kommunalpolitik ohne Lohn und Dank. Ganz im Gegenteil: An ihren Infoständen und im „Netz“ schlagen ihnen Undankbarkeit und wüste Unterstellungen entgegen.

Der Regisseur hat es so erlebt. Im Ortsverein – so glaubt man – trifft man Menschen, die wissen, wie man „etwas bewegt und anpackt“. Aber man sieht sich mit starren Ritualen, vorgebenen
Meinungen, Geschäftsordnungen und Satzungen konfrontiert, mit Rednerlisten und Ladungsfristen. Gelbe Räume, totes Licht, Stühlerücken, Begrüßung und Verschiedenes. Das ganze System scheint so designt zu sein, dass es Kreativität tötet. Ein Filmstoff? Unbedingt!

Denn wer sich für eine Welt nach menschlichem Maß, für eine Gesellschaft der Freien und Gleichen einsetzen will oder auch nur einen neuen Zebrastreifen: Die oder der muss den Weg gehen, den unser Grundgesetz vorgesehen hat. Wer sich vom ersten Eindruck im Ortsverein nicht abschrecken lässt, der oder dem erschließt sich nach und nach das Funktionieren unserer Gesellschaft.

 

THE OUTRUN

Filmreihe ESCAPE - Wege in den Rausch, Wege hinaus am Montag, 19.01., 19:00 Uhr, Gloriette

in Kooperation mit Univital, Universitäres Gesundheitsmanagement, und der kommunalen Suchtbeauftragten der Stadt Heidelberg, Eva Leichman

Sonderpreis € 5,00 für Studierende und Beschäftigte der Universität Heidelberg

GB 2023 Regie: Nora Fingscheidt | 118 Min. | FSK 12
Darsteller*innen:
Saoirse Ronan, Stephen Dillane, Paapa Essiedu

Ein intensiver Einblick in die Erfahrungen einer jungen Frau mit Abhängigkeit und Selbstfindung

Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrt Rona (Saoirse Ronan) in ihre Heimat auf den entlegenen Orkney-Inseln zurück. Während sie die einzigartige Landschaft, in der sie aufgewachsen ist, wiederentdeckt, vermischen sich ihre Kindheitserinnerungen mit der letzten, von Sucht geprägten Zeit. Ihr damaliger Aufbruch in die Stadt und die folgenden ausschweifenden Jahre in London endeten in einem schmerzhaften Absturz. Doch nach und nach wird die Begegnung mit der rauen Natur der Inseln zu einer Chance auf ein neues Leben.

 

LOST IN TRANSLATION (OmU)

Vortrags- und Filmreihe DAS „FREMDE“ IM FILM in Kooperation mit dem Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg

Termin: 21.01.2026, 18:00 Uhr
Vortrag: Theo Piegler - Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychatrie, Psychotherapie (TP) und Nervenheilkunde, Hamburg

Das Fremde: Psychoanalytische Perspektiven

USA/JP 2003 | Regie: Sofia Coppola | 102 Min.

In einer gesichtslosen Hotelbar in Tokio begegnen sich ein in die Jahre gekommener amerikanischer Schauspieler und die gelangweilte junge Frau eines Fotografen: zwei Jet-Set-Gestrandete, die ihres Lebens überdrüssig sind. Leise Tragikomödie über Gleichgültigkeit und die Flüchtigkeit des Daseins; ein nuanciertes Kammerspiel, das nicht nur in der verhaltenen Annäherung seiner Protagonisten eine feine Mitte wahrt, sondern auch den fremden Spiegel des zeitgenössischen Japan als irreal-verträumten und zugleich tief emotionalen Widerschein einer metaphysischen Verlorenheit nutzt. (filmdienst.de)

In dem Vortrag geht es um das Fremde, das nicht nur in dem Film Lost in Translation, sondern in unterschiedlichen Formen in unser aller Leben eine zentrale Rolle spielt. Ausgehend von Freuds Verständnis des Fremden als aus den eigenen Ängsten erwachsend, wird dieses „eigene Fremde“ vom 
„fremden Fremden“ unterschieden. Letzteres bricht von außen auf das Individuum ein, wie etwa der Eintritt des Menschen in diese Welt und das Ende im Tod zeigen. Unsere unbewussten Abwehrmechanismen im Umgang damit werden skizziert, ebenso wie ein mehr oder weniger gut gelingender Umgang mit dem Fremden, in dem „Intersubjektivität“ und daraus erwachsende „Begegnungsmomente“ eine zentrale Rolle spielen.

 

PRIMA KLIMA

Kurzfilmreihe: Shorts Attack! am Sonntag, 25.01., Gloriette

8 Filme in 85 Minuten – mit deutschen Untertiteln

Zudem zeigen wir den Dezember-Gewinner-Film vorab.

Schau auf die Welt und bestaune Filme in opulenten Landschaften und intensiven Farben zwischen Stadt und Land voller Menschen, Tiere und Pflanzen in ihren jeweiligen Umwelten: Alles muss miteinander klar kommen, um gemeinsam weiter kommen zu können. Willkommen zu einer Reise globaler Realitäten und starker Fantasien. Es geht um die Zukunft!

Am Ende gibt es ein Online-Voting. Zudem stimmen wir per "Applaus-O-Meter" für den Heidelberger Lieblings-Kurzfilm des Monats. Den Monatssieger zeigen wir jeweils im folgenden Monat bei den Shorts Attack! als Eröffnungsfilm.

 

AUGEN AUF! - KINOTAG

am 27. und 28. Januar 2026 findet bundesweit der Augen auf-Kinotag zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Unter dem Motto „Wann erheben wir unsere Stimme?" lädt der Augen auf-Kinotag dazu ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und zu fragen: Was bedeutet sie für uns heute?

In diesem Jahr beteilig wir uns im GLORIA-Kino zusammen mit der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg und dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma mit einem vielseitigen und pädagogisch begleiteten Schulprogramm am Vormittag. Zusätzlich gibt es eine offene Sondervorstellung zur Deutschland-Premiere des Films DELEGATION am Abend.

Der Eintrittspreis pro Person beträgt 5,- Euro.

Unsere Programmauswahl bietet Filme geeignet von Klassenstufe 3 bis zur Oberstufe.

Mehr Infos zum Filmprogramm und zur Anmeldung für Schulklassen gibt es hier

 

VERMIGLIO

Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 28.01.26, 20:00 Uhr

Wenn das Patriachat bröckelt. Familiendrama und Frauenschicksale in einem abgelegenen Dorf im Trentino.
vorgestellt von H. Wieland-Rigamonti und I. Rigamonti

I/F/B 2024 | Regie: Maura Delpero  | 119 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Tommaso Ragno, Giuseppe De Domenico, Roberta Rovelli, Martina Scrinzi, Orietta Notari, Carlotta Gamba, Santiago Fondevila Sancet, Rachele Potrich, Anna Thaler, Patrick Gardner, Enrico Panizza, Luis Thaler, Simone Bendetti, Sara Serraiocco

Vermiglio, ein Bergdorf in den italienischen Alpen. Im Winter 1944 ist der Krieg gleichzeitig weit weg und allgegenwärtig. Attilio ist heimgekehrt, als Deserteur, von seinem sizilianischen Kameraden Pietro auf den Schultern über die Berge getragen. Ihre Ankunft bringt Unruhe in das im ewigen Rhythmus der Jahreszeiten verlaufende Leben im Dorf. Im Haus des Lehrers Cesare und seiner großen Familie beginnt das große Flüstern: Lucia, die älteste Tochter, hat sich in Pietro verliebt, der versteckt am Rande des Dorfs auf das Ende des Krieges wartet. Auch ihre Schwestern Ada und Flavia, mit denen Lucia das Zimmer teilt, sind voller Träume. Wird ihr strenger Vater sie auf die Schule in der Stadt gehen lassen? Mit welchen Geheimnissen schließt sich Cesare in sein Studierzimmer ein, wenn er die sorgsam gehüteten Schallplatten mit der Musik von Chopin und Vivaldi hört? Während die Jahreszeiten voranschreiten und die Welt sich langsam von der Tragödie des Krieges erholt, suchen die Schwestern unter dem wachen Blick ihrer Mutter Adele ihre eigenen Wege ins Leben. Es müssen neue Wege sein.

 

JOKER

Der verstörende Filmclub am Sonntag, 01.02.26, Gloriette

Einführung und Filmgespräch von Ipke Cornils

USA 2019 | Regie: Todd Philips | 122 Min. | FSK 16 | OmU

Ein Straßenkünstler, der in Gotham City immer wieder gedemütigt wird, tötet im Clownskostüm drei reiche Schnösel, die ihn in der U-Bahn zusammengeschlagen haben. Als seine Maske daraufhin zur Ikone einer Revolte der sozial Abgehängten wird, durchlebt er eine beängstigende Transformation. Der durch Bildgestaltung und Soundtrack atmosphärisch ungemein packende Psychothriller interpretiert die DC-Figur des Joker, die als Gegenspieler von Batman zu den berühmtesten Superschurken des Genres zählt, als gebrochenen Antihelden, dessen Entwicklung ganz ohne fantastische Elemente mit größter Intensität fühlbar gemacht wird. Obwohl die Großstadtkulisse vage ans New York der 1970er-Jahre erinnert, zielt das Bild einer zynischen Welt auf die unmittelbare Gegenwart. (filmdienst.de)

 

LICHTER DER STRASSE

Sondervorstellung am Montag, 02.02., 19:30 Uhr, GLORIA

Gespräch mit Filmemacherin Anna Friedrich im Anschluss an die Vorstellung (digital zugeschaltet)

D 2024 Regie: Anna Friedrich | 86 Min. | FSK tba
Dokumentarfilm

„Lichter der Straße“ beginnt mit einem sehnsuchtsvollen Blick auf die leere Landstraße, die sich wie ein Fluss in die Ferne schlängelt. Beschäftigt mit der Frage, wo nomadisch lebende Menschen in Deutschland Geborgenheit finden, beginne ich eine Reise entlang ihrer Wege und Geschichten. Ich begleite vier seminomadisch lebende Frauen und gewähre Einblicke in ihre Lebensweisen. Magdalena, eine Wandergesellin, plant nach fast vier Jahren auf Wanderschaft nach Hause zurückzukehren, um sich als Landwirtin niederzulassen. Wird sie nach dieser Reise voller Freiheit Ruhe im Sesshaften finden? Johanna, eine Aktivistin, lebt in einem umgebauten Lieferwagen und wechselt ständig zwischen mehreren Wagenplätzen. Ihre “Karre“ empfindet sie als ihren Schritt zur Spießigkeit. Der Film erkundet ihr Geborgenheitsgefühl in ständiger Bewegung. Auch die fast unsichtbare Gemeinschaft der jenischen Frauen in Deutschland begleite ich auf meiner Reise. Einige ziehen wie eh und je saisonal von Ort zu Ort, während andere sich ganz niedergelassen haben. Ich treffe die Familie von Elwera, einer ehemaligen Hochseilartistin, und ihre Enkelin Ghislaine. Sie versuchen, das Leben auf Märkten und Jahrmärkten aufrechtzuerhalten. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus führten sie bisher ein Dasein im Verborgenen. In „The Vagabond’s Garden“ treten sie erstmalig vor die Kamera und ihr beginnender politischer Kampf nach Anerkennung in diesem Land wird sichtbar.
Der Film beleuchtet ausgehend von meinen eigenen Sehnsüchten nach Freiheit das utopische Potenzial des Nomadischen. Poetische Reflexionen und Straßenerkundungen zeichnen ein Bild von Wandernden, das dem Bewusstsein weitgehend unbekannt ist. Die Transitorte, die ich besuche, verdeutlichen diese verschwindende Lebensweise.
In einem Land, in dem die Sesshaftigkeit der Normalzustand ist, entsteht ein Plädoyer für die Anerkennung, die die nomadischen Lebensweisen verdienen. Während ich erforsche, wo diese Wandernden Komfort finden, denke ich über die Zukunft dieser Lebensweisen nach. Kann ein „Leben im unterwegs Sein“ mit minimalem Besitz ein vielversprechendes Modell für unsere Gegenwart bieten?

 

LOST HIGHWAY

Klassiker-Filmreihe am Dienstag, 03.02.26

USA 1997 | Regie: David Lynch | 135 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Bill Pullman, Patricia Arquette, Balthazar Getty, Robert Blake, Natasha Gregson Wagner, Richard Pryor, Lucy Butler, Michael Massee, Gary Busey, Robert Loggia, John Roselius, David Byrd, Jack Nance

Die Ehe des Jazzsaxophonisten Fred Madison (Bill Pullman) ist am Abgrund. Als er nach einer Party festgenommen wird und des Mordes seiner Frau Renee (Patricia Arquette) beschuldigt wird, landet er in der Todeszelle. Geplagt von starken Kopfschmerzen und Visionen des Mystery Mans (Robert Blake), verwandelt sich Fred in den Automechaniker Pete Dayton (Balthazar Getty). Die Wärter, die den unschuldigen Fremden in der Zelle finden, müssen Pete gehen lassen. Doch es stellt sich bald raus, dass alle, gefangen in ihrem eigenen Schicksal, verloren sind …auf dem Lost Highway.

Lost Highway trägt unverkennbar David Lynchs ganz eigene Handschrift und gilt als Wegbereiter für den kurze Zeit später veröffentlichten und gefeierten Mulholland Drive (2001). Für den typisch mysteriösen Lynch-Sound sorgte sein langjähriger künstlerischer Wegbegleiter Angelo Badalamenti, der zu diesem Zeitpunkt längst kein Unbekannter beim Publikum war, hatte er doch unter anderem schon die unvergesslichen Klänge zu Lynchs Kultserie Das Geheimnis von Twin Peaks (1990-91) beigesteuert.

 

EIN KUCHEN FÜR DEN PRÄSIDENTEN

Premiere am Do, 05.02. – Filmgespräch mit Nadja Madani (Freunde Arabischer Kunst & Kultur e.V.)

IRQ 2025 | Regie: Hasan Hadi | 102 Min. | FSK 6
Darsteller*innen: Rahim AlHaj, Sajad Mohamad Qasem, Baneen Ahmad Nayyef, Waheed Thabet Khreibat

Der Irak in der 90er-Jahren. Während Diktator Saddam Hussein trotz Not und Mangel seinen Geburtstag landesweit feiern lässt, zieht die 9-jährige Lamia in ihrer Schule ein gefürchtetes Los: Sie muss den Kuchen für die örtlichen Feierlichkeiten backen. Es ist eine fast unlösbare Aufgabe, denn im Land sind alle Lebensmittel knapp. Eier, Zucker und Mehl sind es erst recht.

Mit nur zwei Tagen Zeit, der Unterstützung ihres Klassenkameraden Saeed und begleitet von ihrem Hahn Hindi bricht sie auf, um in der nächsten Stadt die Zutaten aufzutreiben. Es ist eine abenteuerliche Suche durch eine Welt voller Ungewissheit und Entbehrung, aber auch kleiner Wunder, in der Lamia immer wieder Momente von Humor, Freundschaft und Hoffnung erlebt.

 

DAS FAST NORMALE LEBEN

Sondervorstellung am 06.02., 19:00 Uhr, GLORIA

Gespräch mit Filmemacher Stefan Sick, Jürgen Grajer (Friedenshort Süd) und Robin Scheurer (Instagram: @ein.sozialarbeiter)

D 2025 Regie: Stefan Sick | 135 Min. | FSK 12
Dokumentarfilm

DAS FAST NORMALE LEBEN beobachtet den Alltag von vier Mädchen in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort. Getrennt von ihren Eltern ringen sie um Anerkennung, Selbstliebe, Selbstbestimmung und Geborgenheit. Stets mit dem sehnlichen Wunsch, irgendwann wieder nach Hause zu kommen.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren begleiten wir ihre Entwicklung durch Höhen und Tiefen, spüren ihre Wut und ihre Willenskraft, sehen sie in Interaktion mit Betreuer:innen, Pädagog:innen, Eltern und Institutionen. Der Film erzählt vom Mut und der Resilienz junger Menschen, die inmitten schwieriger Umstände versuchen, ihren eigenen Weg zu finden. Ohne Schuldzuweisungen bietet der Film einen authentischen Einblick in den Alltag in der Jugendhilfe – wo nicht immer alles rund läuft, aber Geborgenheit und gelungene Erwachsenen-Kind-Beziehungen entstehen können.

Am Ende bleibt der Wunsch der Mädchen auf ein „normales Leben“, in dem sie ihre Potentiale für sich nutzen können.

 

ASTRID LINDGREN - Die Menschheit hat den Verstand verloren

Sondervorstellung am Sonntag 08.02., 11:00 Uhr - Filmgespräch mit Regisseur Wilfried Hauke

S/D 2025 | Regie: Wilfried Hauke | 103 Min. | FSK 12
Dokumentarfilm

Astrid Lindgren, die vor allem durch ihre Kinderbücher wie „Pippi Langstrumpf“, „Michel aus Lönneberga“ und „Ronja Räubertochter“ bekannt wurde, prägte mit ihren Werken Generationen von Leser*innen. Der Dokumentarfilm nähert sich der Autorin auf neue Weise, widmet sich ihren Tagebüchern, die zwischen 1939-1945 entstanden sind und erzählt von der noch unbekannten Astrid Lindgren als Chronistin des Zweiten Weltkriegs.

Die erst 2015 veröffentlichten und in mehr als 20 Sprachen übersetzen Kriegstagebücher von Astrid Lindgren lagen 70 Jahre lang in ihrem Schlafzimmer im Wäscheschrank verborgen. Sie sind eine einzigartige Dokumentation vom Schrecken der Diktatur und des Terrors aus der Sicht einer Mutter und frühen Feministin und appellieren leidenschaftlich an Mitmenschlichkeit, Frieden und Gleichberechtigung.

 

JOKER: Folie à Deux

Der verstörende Filmclub am Sonntag, 08.02.26, Gloriette

Einführung und Filmgespräch von Ipke Cornils

USA 2024 | Regie: Todd Philips | 138 Min. | FSK 16 | OmU

Der Film erzählt, wie Arthur Fleck in der psychiatrischen Anstalt Arkham auf den Prozess für seine Verbrechen als Joker wartet. Während er im Konflikt mit seiner doppelten Identität steht, begegnet Arthur nicht nur seiner wahren Liebe, sondern findet auch zur Musik, die schon immer in seinem Inneren schlummerte.

 

VERGISS MEIN NICHT

Sondervorstellung am Dienstag, 10.02., 19:00 Uhr, Gloria

in Kooperation mit der Sammlung Prinzhorn im Rahmen der Sonderausstellung Wer bin ich? Bilder der Identitätssuche

Einführung von Kuratorin Dr. Ingrid von Beyme

USA 2004 | Regie: Michel Gondry | 104 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Elijah Wood, Tom Wilkinson, Mark Ruffalo

Was bleibt von unserem Selbst, wenn die Erinnerung zur Option wird? Als sich seine Exfreundin Clementine (Kate Winslet) nach einer schmerzhaften Trennung von Joel (Jim Carrey) durch einen experimentellen medizinischen Eingriff jegliche Erinnerung an ihre Beziehung aus dem Gedächtnis löschen lässt, unterzieht sich Joel demselben Verfahren. Als er dabei zusieht, wie die Erinnerungen an Clementine verschwinden, bemerkt er seine noch vorhandenen Gefühle für sie. Um seinen Fehler zu korrigieren, ist es jedoch beinahe zu spät.

Michel Gondrys Film entfaltet eine poetische Erzählung über Liebe, Scham, Verletzung und Selbstschutz – und über die Frage, ob das „Ich“ ohne seine Bruchstellen überhaupt denkbar ist.

 

SCI-FI KLASSIKER

Kurzfilmreihe: Shorts Attack! am Sonntag, 22.02., Gloriette

10 Filme in 80 Minuten – mit deutschen Untertiteln

Zudem zeigen wir den Januar-Gewinner-Film vorab.

Eine wilde Mischung erlesener Science Fiction Filme der letzten Jahre: Mal geht am Raumschiff was kaputt, mal eskaliert der Haushaltsroboter. Aliens trotzen dem irdischen Schönheitsideal oder rechnen nicht mit dem Menschen. Apokalypsen kommen mal opulent, mal durch Manipulation. Es gibt Smartphones für Tiere, Stau am gigantischen Tunnel, und einen Mond, der den Menschen nicht mag. Das aber sollte klappen: Trampen ins All!

Am Ende gibt es ein Online-Voting. Zudem stimmen wir per "Applaus-O-Meter" für den Heidelberger Lieblings-Kurzfilm des Monats. Den Monatssieger zeigen wir jeweils im folgenden Monat bei den Shorts Attack! als Eröffnungsfilm.

 

DIE WIEDERKEHR / RETURN

Sondervorstellung am Montag, 23.02., 18:00 Uhr, Gloria

anlässlich des 35jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Heidelberg - Simferopol/Krim

Digitales Live Q&A mit Regisseurin Katja Fedulova

Moderation: Gerd Guntermann, Amnesty International Heidelberg

Den Film zeigen wir in der krimtatarisch-russischen OmU-Fassung. Das Filmgespräch läuft in deutscher Sprache.

Regie: Ekaterina (Katja) Fedulova | 61 Min.
Dokumentarfilm

„Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau!“ schreit Mumine bei der Verhaftung ihres Mannes. Sie hat vier Kinder, ist Mitte 30 und die Frau eines politischen Gefangenen Krimtataren, genau wie Maye, die zweite Protagonistin von „Wiederkehr“. Die politische Repression der muslimischen Krimtataren ist nicht neu. Unter Stalin wurden sie vertrieben, unter Gorbatschow durften sie zurückkehren, unter Putin werden sie seit der Besetzung der Krim 2014 erneut verfolgt. „Wiederkehr“ zeichnet das Bild dieser starken Frauen. Ihr traditionell weibliches Rollenverständnis steht ihrem Engagement nicht entgegen. Sie besitzen Kraft, Schönheit und Würde. Nur in den intimsten Momenten überwältigt sie verzweifelte Ohnmacht.

Hintergrund:

Die Krimtataren sind eine turksprachige ethnische Gruppe, die ursprünglich auf der Krim lebte. Unter Stalin wurden sie 1944 unter unmenschlichen Umständen deportiert. Dabei starben so viele Menschen, dass ihre Deportation heute als Völkermord gilt. Unter Gorbatschow durften sie ihre ursprüngliche Heimat, die Krim, wieder besiedeln. Dieser  Prozess war von zahlreichen Konflikten mit den inzwischen dort ansässigen Menschen begleitet. Im Jahr 2014 wurde die Krim von Russland besetzt. Die Mehrheit der Krimtataren wehrte sich gegen die Annexion. Eine neue Welle der politischen Verfolgung von Krimtataren war die Folge.

 

WILMA WILL MEHR

Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 25.02.26, 20:00 Uhr

Eine Elektrikerin und Schweißerin aus der Lausitz muss sich nach der Wende neu erfinden.
vorgestellt von Sabine Ameskamp

D 2025 | Regie: Maren-Kea Freese | 112 Min. | FSK 0
Darsteller*innen: Fritzi Haberlandt, Thomas Gerber, Stephan Grossmann, Meret Engelhardt, Valentin Postlmayr, Simon Steinhorst, Xenia Snagowski

Elektrikerin, Maschinistin, Obst-Expertin, Optimistin: Wilma (Fritzi Haberlandt) ist eine Frau mit vielen Talenten, zahllosen Zertifikaten und palettenweise Enttäuschungen. Bis Ende der 90er-Jahre hat sie im Lausitzer Braunkohlerevier gelebt. Als aber ihr Mann mit einer anderen Frau splitterfasernackt Spaghetti kocht und ihr der Job im Baumarkt gekündigt wird, verlässt Wilma fluchtartig ihre Heimat Richtung Wien. Mit Mitte 40 muss sie hier quasi bei Null anfangen und landet schnell auf dem Handwerkerstrich. Bald schon repariert sie sich durch den Wiener Speckgürtel, landet in einer linken Bohemian-WG, wird Fachfrau für Reparaturen aller Art und sogar Lehrerin in einer Traditions-Tanzschule. Zwischen Walzer und Elektro-Installationen entdeckt Wilma ein Gefühl, das sie längst vergessen hatte: verliebt sein, glücklich sein, die aufgeregte Hoffnung auf etwas Neues. Hineingeworfen in die Unsicherheiten einer Zukunft, in der alles möglich ist, wird Wilma ein anderer Mensch.

WILMA WILL MEHR ist eine charmante, einfühlsam beobachtete und mit schrägem Humor erzählte Tragikomödie, die ebenso genau in der Wirklichkeitsdarstellung ist wie sie in ihrer hoffnungsvollen und berührenden Melancholie optimistisch bleibt.

 

Ich will dich. Begegnungen mit Hilde Domin

ICH WILL DICH - Begegnungen mit Hilde Domin

Sondervorstellung am Mittwoch, 04.03., 18:00 Uhr, Gloria, in Kooperation mit Literaturherbst Heidelberg und dem Kulturamt der Stadt Heidelberg

Filmgespräch mit der Regisseurin Anna Ditges im Anschluss an die Vorführung

In den Kinoabend stimmen wir ein mit einer musikalischen Lesung von Texten der großen Heidelberger Dichterin Hilde Domin.

D 2007 | Regie: Anna Ditges | 97 Min. | FSK 0 
Dokumentarfilm

Anlässlich des 20. Todestages der Heidelberger Schriftstellerin Hilde Domin und der ihr gewidmeten Ausstellung im Museum Haus Cajeth ist Anna Ditges, Autorin und Regisseurin des preisgekrönten Dokumentarfilms, zu Gast. Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch statt.

Anna Ditges hat die Grande Dame der deutschen Nachkriegsliteratur mit der Kamera durch die letzten zwei Jahre ihres langen und spannungsreichen Lebens begleitet.

"Anna Ditges hat ein bewegendes Porträt der streitbaren Dichterin geschaffen. So quicklebendig wie die Dichterin ist auch der Film.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung