Demnächst

ALLE DIE DU BIST

(Start: 13.06.24)

D 2024 | Regie:  Michael Fetter Nathansky | 105 Min. | FSK 12
Darsteller*innen:
Aenne Schwarz, Carlo Ljubek, Sara Fazilat, Youness Aabazz

Die alleinerziehende Mutter Nadine verlässt mit 24 Jahren ihre brandenburgische Heimat, um einen Job als Fabrikarbeiterin in der Kohleindustrie bei Köln anzunehmen. Als sie beginnt, ihren impulsiven Kollegen Paul in verschiedenen Gestalten wahrzunehmen und zu lieben, schafft sie es endlich wieder, sich selbst zu spüren. Die beiden werden ein Paar und es entwickelt sich eine große Liebe zwischen ihnen.

Sieben Jahre später kann Nadine Paul nur noch in seiner „wahren” äußeren Gestalt sehen, die ihr jedoch zunehmend fremd erscheint. Ihr Arbeitsplatz ist durch den Strukturwandel in der Kohleindustrie bedroht, und obwohl Paul ein hingebungsvoller Familienvater ist, beginnt sich ihre Liebe für ihn aufzulösen. Sie beschließt dagegen anzukämpfen und versucht die Rollen, die sie einst in ihm sah, wiederzubeleben.

ALLE DIE DU BIST ist ein magisch, sozialrealistischer Liebesfilm vor der Kulisse eines der größten Braunkohleabbaugebiete in Europa, eine intime Beobachtung des Liebens und ein leidenschaftliches, wie verspieltes Plädoyer für einen liebenden Blick.

 

PROBLEMISTA

(Start: 13.06.24)

USA 2023 | Regie: Julio Torres | 105 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Julio Torres, Tilda Swinton, RZA, Isabella Rossellini, Greta Lee, Catalina Saavedra, James Scully

Manchmal ist der amerikanische Traum alles andere als traumhaft! Die surreale Komödie erzählt von einer irrwitzigen Irrfahrt durch die  Metropole New York City und offenbart den Irrsinn des US-Einwanderungssystems.

Der gutgläubige Twen Alejandro (Julio Torres) ist ein aufstrebender Spielzeugdesigner und hoffnungsloser Träumer. Aufgewachsen in El Salvador, wurde er von seiner künstlerisch begabten Mutter in einer verspielten Fantasiewelt der unbegrenzten Möglichkeiten großgezogen – und ringt nun im vollgemüllten Moloch New York damit, seine außergewöhnlichen Ideen zum Leben zu erwecken.

Als er plötzlich seinen Job verliert und damit sein Visum abzulaufen droht, begegnet Alejandro der exzentrischen Kunstkritikerin Elizabeth (Tilda Swinton), die ihm einen Assistenzposten und im Gegenzug dafür ihre Fürsprache bei der Einwanderungsbehörde anbietet. Und während Alejandro sich fest an diese letzte Chance klammert, seine Träume doch noch wahrzumachen, zerrt Elizabeth ihn immer tiefer herab in den skurrilen Kaninchenbau der US-Metropole und ihrer zahlreichen Tücken.

Mit seinem Spielfilmdebüt präsentiert der vierfach Emmy-nominierte Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Julio Torres (Saturday Night Live) ein abstruses Abenteuer in knallbunten Bildern und zeigt auf kreativ-komische Weise auf, wie grotesk und kompliziert die USA für Außenseiter daherkommen können.

Neben ihm darf Oscar®-Gewinnerin Tilda Swinton (Asteroid City, Three Thousand Years of Longing) sich von ihrer schrägsten und extravagantesten Seite zeigen, während in weiteren Rollen u. a. Emmy-Nominee RZA (The Dead Don’t Die) und die Golden-Globe-nominierte Greta Lee (Past Lives) zu sehen sind. Film- und Modeikone Isabella Rossellini (La chimera), mit der Torres bereits an seiner Serie Los Espookys gearbeitet hat, ist darüber hinaus als Erzählerin zu hören.

 

2UNBREAKABLE

(Start: 20.06.24)

Sondervorstellung am Freitag, 21.06. zum Filmstart im Gloria mit Breakdance-Event mit BGirl LADI DADI (Lydia Tesfai)!

D 2024 | Regie:  Maike Conway | 94 Min. | FSK 6
Dokumentarfilm

Joanna, „BGirl Joanna“ und Serhat, „BBoy Said“ verbindet dieselbe Leidenschaft: Breaking. 2024 wird Breaking in Paris olympische Premiere feiern. Joanna und Serhat nutzen die Chance, ihre Kunstform für die Gesellschaft sichtbarer zu machen. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung, der Breaking Culture und dem Leistungsgedanken in dem System Olympia gerecht zu werden.

Von der Straße auf die olympische Bühne: In New York wurde in den 1970ern mit Breaking ein neuer Tanzstil geboren. Heute messen sich BBoys und BGirls in Battles, die von einer Jury bewertet werden. Zum ersten Mal in der Geschichte trifft die Breaking Szene auf das olympische System.

Serhat ist bereits im deutschen Bundeskader. Er hat das Breaken schon mit sechs Jahren im Jugendzentrum im Münchner Kieferngarten für sich entdeckt.
Seit 2008 ist Serhat Mitglied der „Sankofa“ Crew. Frei leben und tanzen zu können, ist für Serhat keine Selbstverständlichkeit. Serhat lebt in München und ist auch dort geboren, aber er ist Uigure. Die Familie stammt aus dem autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten Chinas. Sie floh 1995 über Kasachstan nach Deutschland. Jetzt im deutschen Bundeskader für Olympia trainieren zu können, bedeutet ihm und der Familie viel. Fast jedes Wochenende ist er unterwegs zu einem Battle. Nicht nur für den Kader, auch in der Szene will Serhat weiter präsent sein. Zusätzlich hat er ein Studium begonnen, unterrichtet und verdient Geld mit Tanzauftritten.

Joannas Ziel ist es 2023 in den Deutschen Bundeskader zu kommen, dafür muss sie in Vorentscheiden, sogenannten „Ranking Battles“, möglichst viele Punkte sammeln. Mit 17 wurde sie in der Crew „The Saxonz“ aufgenommen. Sie ist das einzige BGirl in der Crew und trainiert im Landeskader Sachsen.

 

WAS UNS HÄLT

(Start: 20.06.24)

I 2020 | Regie:  Daniele Luchetti | 100 Min. | FSK tba
Darsteller*innen: Alba Rohrwacher, Luigi Lo Cascio, u.a.

Neapel Anfang der 1980er Jahre. Aldo (Luigi Lo Cascio) hat gerade seine Kinder Anna und Sandro ins Bett gebracht und ihnen eine Gutenachtgeschichte erzählt. Nun steht er in der Küche neben seiner Frau Vanda (Alba Rohrwacher) und gesteht ihr, dass er sie betrogen hat. Vanda verliert den Boden unter den Füssen und weiß nicht, wie sie reagieren soll.
Was bedeutet das für sie und die Kinder?
Dreißig Jahre später leben Vanda (Laura Morante) und Aldo (Silvio Orlando) immer noch zusammen, aber vielleicht haben sie und ihre Kinder, Anna (Giovanna Mezzogiorno) und Sandro (Adriano Giannini) dafür einen hohen Preis gezahlt.

Basierend auf dem Roman «Auf immer verbunden» von Domenico Starnone zeigt Regisseur Daniele Luchetti, wie stark die Bindung der Familie im Guten wie im Schlechten ist – auch wenn die Liebe in neue Richtungen zieht.

 

IVO

(Start: 20.06.24)

D 2024 | Regie: Eva Trobisch | 105 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Minna Wündrich, Pia Hierzegger, Lukas Turtur, Lilli Lacher, Pierre Siegenthaler, Leopold von Verschuer, Ulrich Marx, Birte Leest, Mechthild Lamprecht, Johann Campean, Joanne Gläsel, Wolfgang Rüter, Carl-Ludwig Weinknecht, Benjamin Höppner, Patricia Osmond, Elke Störmer, Samy Challah, Heike Speer, Doris Dexl

Ivo arbeitet als ambulante Palliativpflegerin. Täglich fährt sie in unterschiedliche Haushalte. Zu Familien, Eheleuten und Alleinstehenden. In kleine Wohnungen und große Häuser. In immer verschiedenes Leben und Sterben, in immer verschiedenen Umgang mit der Zeit, die bleibt. Zuhause haben sich ihre pubertierende Tochter und ihr Hund wegen Ivos Arbeitszeiten längst selbstständig gemacht. Von früh bis spät ist Ivo in ihrem alten Skoda unterwegs, die Freisprechanlage stets in Betrieb. Das Auto ist ihr zum persönlichen Lebensraum geworden, hier nimmt sie ihre Mahlzeiten zu sich, arbeitet, singt, flucht und träumt.

Eine ihrer Patientinnen,Solveighs, war schon vor ihrer Erkrankung eine enge Freundin. Auch zu Solveighs Mann Franz hat Ivo eine enge Beziehung. Tag für Tag arbeiten sie bei der Pflege von Solveigh zusammen. Und sie schlafen miteinander. Solveighs Kräfte schwinden, bald ist sie bei den einfachsten Verrichtungen auf fremde Hilfe angewiesen. Die letzte Entscheidung will sie alleine treffen, Franz soll nichts davon erfahren. Sie bittet Ivo, ihr beim Sterben zu helfen.

 

DÉSERTS - FÜR EINE HANDVOLL DIRHAM

(Start: 27.06.24)

D/F/MA/B/Q 2024 | Regie: Faouzi Bensaïdi | 125 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Fehd Benchemsi, Abdelhadi Taleb, Rabii Benjhaile uvm.

Mehdi und Hamid, langjährige Freunde, arbeiten für ein windiges Inkassobüro. Ihre Klientel besteht aus den Ärmsten der Armen, den Bewohnern der trostlosen Wüstenlandschaften im Süden Marokkos. In ihrem abgenutzten Renault reisen sie von einem gottverlassenen Dorf zum nächsten, um die säumigen Schuldner dazu zu bringen, Kredite zurückzuzahlen, die sie sich eh nie leisten konnten. Dabei schrecken sie auch vor unkonventionellen Methoden nicht zurück. Ihre skurrile Mission gerät jedoch ins Wanken, als sie plötzlich an einer Tankstelle einen Mann entdecken, der an den Gepäckträger eines Motorrads gefesselt ist – und eine rätselhafte, mystische Reise nimmt ihren Anfang…

Der in Cannes ausgezeichnete Marokkaner Faouzi Bensaïdi ist nicht nur Regisseur, sondern spielt auch selbst in den meisten seiner Filme. Mit DÉSERTS schafft er ein intensives, visuell heraus-ragendes Werk, voll von skurrilem Humor und tragikomischen Begegnungen. Ein Roadmovie der besonderen Art, das eine unerwartete Wendung nimmt.

 

DIE GLEICHUNG IHRES LEBENS

(Start: 27.06.24)

F/CH 2023 | Regie: Anna Novion | 112 Min | FSK 12
Darsteller*innen: Ella Rumpf, Jean-Pierre Darroussin, Julien Frison, Clotilde Courau

Primzahlen sind Marguerites große Leidenschaft. Die brillante Mathematikstudentin ist die einzige Frau im Promotionsprogramm unter dem renommierten Professor Werner an der École Normale Supérieure in Paris. Doch als sie bei der Präsentation vor einem Forschergremium mit einem gravierenden Fehler in ihrer Arbeit konfrontiert wird und die Fassung verliert, lässt ihr Doktorvater sie fallen und widmet sich ganz dem talentierten Promovenden Lucas. Tief erschüttert und voller Selbstzweifel wirft Marguerite alles hin und sucht sich einen Aushilfsjob. Schnell muss sie erkennen, dass auch das Leben außerhalb der Universität überraschende Erkenntnisse bereithält und sich weder die Mathematik noch Lucas so einfach aus ihrem Leben verbannen lassen.
 

Authentisch und einfühlsam spielt Ella Rumpf (RAW, FREUD, TIGER GIRL) eine hochbegabte junge Frau, die lernen muss, dass sich die großen mathematischen Rätsel nicht allein am Schreibtisch lösen lassen. Der sensible Film um die Schönheit von Zahlen und die vielen Variablen auf dem Weg zur Selbstbestimmung feierte Weltpremiere im Rahmen der Special Screenings bei den Filmfestspielen von Cannes 2023.

 

DADDIO - Eine Nacht in New York

(Start: 27.06.24)

USA 2024 | Regie: Christy Hall | 100 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Dakota Johnson, Sean Penn

Eine junge Frau (Dakota Johnson) steigt nachts am Flughafen New York in ein Taxi ein. Sie möchte nach Hause, in ihre Wohnung in Manhattan. Nach und nach kommen sie und der Fahrer (Sean Penn) ins Gespräch. Doch sie ist immer wieder abgelenkt von Textnachrichten, die sie von einem Mann erhält. Langsam öffnet sie sich, erzählt dem Fahrer ihre unglücklichen Liebesentscheidungen, die dazu führten, dass sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat. Auch er gibt immer mehr Einblick in sein Leben. Es entsteht eine inspirierende Unterhaltung, die berührt und unter die Haut geht.

 

KINDS OF KINDNESS

(Start: 04.07.24)

USA 2024 | Regie: Yorgos Lanthimos
Darsteller*innen: Emma Stone, Jesse Plemons, Willem Dafoe, Margaret Qualley, Hong Chau,  
Joe Alwyn, Mamoudou Athie, Hunter Schafer

Nach "Poor Things" der neue Film von Yorgos Lanthimos mit Emma Stone in der Hauptrolle!

KINDS OF KINDNESS erzählt drei unterschiedliche Geschichten: Von einem getriebenen Mann, der versucht, die Kontrolle über sein Leben zu erlangen; von einem beunruhigten Polizisten, dessen auf See vermisste Frau nach ihrer Rückkehr ein anderer Mensch zu sein scheint; und von einer entschlossenen Frau, die jemanden finden muss, der dazu bestimmt ist, ein großer spiritueller Führer zu werden.

 

BORN TO BE WILD - Eine Band namens Steppenwolf

(Start: 04.07.24)

CDN/D 2024 | Regie: Oliver Schwehm | 97 Min. | FSK tba
Dokumentarfilm

Steppenwolf ist eine der legendärsten und zugleich rätselhaftesten Bands in der Geschichte der Rockmusik. An der Grenze zwischen Mainstream und psychedelischem Underground eröffnete ihr Song "Born to Be Wild" den Kultfilm EASY RIDER und wurde zur Hymne einer ganzen Generation. Der neue, harte Sound von Steppenwolf war ein Stich ins Herz des "Summer of Love" und beendete das Hippie-Zeitalter. Es ist kein Zufall, dass sie die allererste Band war, die das Wort "Heavy Metal" in ihren Texten verwendete.

Was aber nur wenige Menschen wissen: Die Band Steppenwolf hatte als Gravitationszentrum zwei deutsche Auswandererkinder, die sich zunächst in Toronto trafen, bevor sie gemeinsam nach Kalifornien weiterzogen – Sänger John Kay (geboren als Joachim-Fritz Krauledat) war ein Kriegsflüchtling aus Ostpreußen. Bassist Nick St. Nicholas (geboren als Karl Klaus Kassbaum) stammte aus einer angesehenen hanseatischen Familie.

Die Doku führt uns vom kriegsgebeutelten Deutschland zu den Straßen der Arbeiterklasse in Toronto und nach Los Angeles, wo die Band zu Ruhm aufsteigt und dann abstürzt. Mit den Steppenwolf-Mitgliedern John Kay, Nick St. Nicholas, Michael Monarch, den Künstlern Mars Bonfire, Alice Cooper, Taj Mahal, Cameron Crowe (ALMOST FAMOUS), Klaus Meine (Scorpions), Jello Biafra (Dead Kennedys), Dale Crover (Melvins) und Bob Ezrin (Produzent von u. a. Kiss, Pink Floyd, Taylor Swift). Musikalisch hat der Film auch einiges zu bieten, so enthält er über ein Dutzend Original-Steppenwolf-Songs.

 

EIN KLEINES STÜCK VOM KUCHEN

(Start: 11.07.24)

Preview bei den Sternstunden in der Kamera am Donnerstag, 04.07., 14:30 Uhr

Wir begrüßen unsere Gäste mit einem kleinen Stück Kuchen von Bäckerei Riegler

IR/F/S/D 2024 | Regie: Maryam Moghaddam, Behtash Sanaeeha | 97 Min. | FSK tba
Darsteller*innen: Lily Farhadpour, Esmail Mehrabi

Die 70-jährige Mahin (Lily Farhadpour) lebt seit dem Tod ihres Mannes und der Ausreise ihrer Tochter nach Europa allein in Teheran. Ein geselliger Nachmittagstee mit Freundinnen gibt den Anstoß dazu, ihren einsamen und monotonen Alltag hinter sich zu lassen. In Mahin reift der Wunsch ihr Liebesleben wieder zu aktivieren. Auf der Suche nach einem neuen Partner, öffnet sie spontan ihr Herz für den gleichaltrigen Taxifahrer Faramarz (Esmail Mehrabi). Aus der zufälligen Begegnung wird eine ebenso überraschende wie unvergessliche Nacht.

EIN KLEINES STÜCK VOM KUCHEN (OT: MY FAVOURITE CAKE) ist bereits die dritte gemeinsame Arbeit des erfolgreichen iranischen Regie-Duos Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha (BALLADE VON DER WEISSEN KUH). Der Film, der seine umjubelte Welturaufführung auf der diesjährigen Berlinale 2024 im Wettbewerb feierte, erzählt mit zartem Humor eine ebenso spielerische wie gefühlvolle Geschichte von Hoffnung und Liebe. Dabei zeichnet die Tragikomödie ein authentisches Bild des alltäglichen Lebens von Frauen im Iran und deren Möglichkeiten einer subtilen Emanzipation gegen die patriarchalen Autoritäten. Was als romantische Begegnung zweier einsamer Fremder beginnt, entwickelt sich so zu einer berührenden Ode an das Leben, die Frauen und die Freiheit.

Das Regisseur-Duo Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha konnten an der Weltpremiere ihres Films bei der diesjährigen Berlinale nicht teilnehmen, da die Regierung ihres Heimatlandes Iran ihre Pässe konfisziert und ein Reiseverbot verhängt hatte. Während der Pressekonferenz verlas deswegen Hauptdarstellerin Lily Farhadpour ein Statement der Beiden. Hier ein Auszug:

„MY FAVOURITE CAKE ist ein Film, der das Leben preist. Es ist eine Geschichte, die auf der Realität des Alltags von Frauen der Mittelklasse im Iran basiert, ein genauer Blick auf die Einsamkeit einer Frau, die in ihre besten Jahre kommt. Eine Vision der Lebenswirklichkeit von Frauen, wie sie noch nicht oft erzählt wurde. Es ist eine Geschichte, die dem gängigen Bild iranischer Frauen widerspricht und den Lebensgeschichten vieler einsamer Menschen auf diesem Planeten ähnelt, in denen es darum geht, die kurzen, süßen Momente des Lebens zu genießen. […] Wir hoffen, dass der Tag kommen wird, an dem wir diesen Film in unserem Land und für die Menschen in unserem Land zeigen können.“

 

FÜHRER UND VERFÜHRER

(Start: 11.07.24)

Deutschland/Slowakai 2024 | Regie: Joachim A. Lang | 135 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Robert Stadlober, Fritz Karl, Franziska Weisz, Dominik Maringer

FBW Filmbewertung: Prädikat besonders wertvoll:

Der Aufstieg Joseph Goebbels als Propagandachef des Dritten Reichs, erzählt als Mischung aus Dokumentarfilm und fiktionalem Re-Enactment. Ein fundiert aufbereiteter Film, der seine schwierige Erzählperspektive klug und mit Feingefühl in den richtigen Kontext bettet.

Joseph Goebbels war bei den Nationalsozialisten Reichspropagandaleiter unter Adolf Hitler. Er war es, der den Diktator als Führerfigur, als charismatischen Redner und scheinbaren Held inszenierte, er war es, der für die Wirkung der Bilder in allen Medien sorgte, der die Menschen in Deutschland manipulierte und der den antisemitischen Hass durch demagogische Reden befeuerte. Über seine Zeit an der Seite Adolf Hitlers, im Zentrum der Nazi-Macht, führte Goebbels penibelst Tagebuch. Bis zu dem Tag, an dem er sich, seine Frau und seine sechs Kinder tötete – als letztes Opfer für eine größenwahnsinnige, menschenverachtende und machthungrige Idee, der Millionen von Menschen zum Opfer fielen.

Mit seinem Film setzt Joachim A. Lang ein klares Ziel – welches schon zu Beginn mit einem Disclaimer deutlich gemacht wird: Durch das Gezeigte von Damals auch „die Hetzer von heute zu entlarven“. Ein Ziel, das der Film ohne jeden Zweifel einlöst. Denn die Hassparolen, die durch Goebbels massenverführende Propagandamaschine ihren Weg auf allen Kanälen in die Ohren und Augen der Zuhörer fanden, es gibt sie heute wieder. Und obwohl der Verweis auf aktuelle Geschehnisse klar im Raum steht, bleibt der Film in der historischen Geschichte des Aufstiegs von Joseph Goebbels, bis hin zu seinem Selbstmord. Robert Stadlober spielt ihn mit beeindruckender Genauigkeit. Der rheinische Dialekt, der eiskalte Schauer erzeugende, manipulative Blick, die manische Hingabe an den „Führer“-Mythos – Stadlober liefert eine darstellerische Glanzleistung. Und auch Franziska Weisz als dem Regime ergebene Vorzeige-Ehefrau und -Mutter Magda Goebbels und Fritz Karl als Hitler können glaubhaft und mit dem Mut zur Ambivalenz die historischen Figuren verkörpern. Lang verbindet – unterstützt von Rainer Nigrellis kongenialer Montage – Original-Bildmaterial mit Re-Enactment und Interviewpassagen mit Holocaust-Überlebenden wie etwa Margot Friedländer oder auch Eva Umlauf. Diese eingeblendeten Passagen verleihen dem Gezeigten zusätzliche Tiefe und machen klar: Das, was der Film hier beschreibt, ist keine Fiktion, ist keine Übertreibung. Um es mit Primo Levis Worten zu sagen, die den Film als eingeblendete Texttafel einrahmen: „Es ist geschehen – und folglich kann es wieder geschehen.“ FÜHRER UND VERFÜHRER arbeitet die Thematik des Aufstiegs des nationalsozialistischen Terrorregimes durch die Planung des Propagandaleiters Goebbels historisch genau, wissenschaftlich fundiert und mit klugem Gespür für Zwischentöne auf. Das macht ihn zu einem wichtigen Film zur rechten Zeit, der mahnt, aus dem, was geschehen ist, für die Gegenwart zu lernen.

 

MADAME SIDONIE IN JAPAN

(Start: 11.07.24)

F/D 2024 | Regie: Élise Girard | 95 Min. | FSK tba
Darsteller*innen: Isabelle Huppert, Tsuyoshi Ihara, August Diehl

Japan, heute. Sidonie Perceval (Isabelle Huppert), eine gefeierte französische Schriftstellerin, trauert noch immer um ihren verstorbenen Ehemann. Anlässlich der Wiederveröffentlichung ihres ersten Buchs wird sie nach Japan eingeladen, wo sie von ihrem dortigen Verleger empfangen wird. Er nimmt sie mit nach Kyoto, in die Stadt der Schreine und Tempel. Während die beiden gemeinsam durch die japanische Frühlingsblüte fahren, beginnt sie langsam, sich Kenzo (Tsuyoshi Ihara) gegenüber zu öffnen. Doch der Geist ihres Ehemannes Antoine (August Diehl) folgt Sidonie. Erst wenn sie endlich bereit dazu ist, ihn gehen zu lassen, wird sie wieder bereit für die Liebe sein.

Élise Girards dritter Kinofilm, MADAME SIDONIE IN JAPAN, ist eine poetische Liebesgeschichte, eine Hymne an das Leben, getragen von der Ausnahmeschauspielerin Isabelle Huppert (DIE KLAVIERSPIELERIN, 8 FRAUEN, ELLE). Das Sichtbare und das Unsichtbare, das Wachen und das Schlafen existieren in dieser feingeistigen, tiefgründigen und immer wieder humorvollen Erzählung nebeneinander. Ein kleiner, großer Film, der minimalistisch wirkt, dabei aber große Emotionen auslöst.

Neben Huppert sind in weiteren Rollen der bekannte japanische Schauspieler Tsuyoshi Ihara (BRIEFE AUS IWOJIMA) und August Diehl (NACHTZUG NACH LISSABON, DER JUNGE KARL MARX, EIN VERBORGENES LEBEN) zu sehen. Regisseurin Élise Girard schrieb zusammen mit Maud Ameline (DIE PURPURSEGEL) und Sophie Fillières (DER FLOHMARKT VON MADAME CLAIRE) das Drehbuch, Céline Bozon (MADAME HYDE, FÉLICITÉ) zeichnete für die Bildgestaltung verantwortlich, Thomas Glaser (SCHRÄGE VÖGEL) übernahm die Montage und Gérard Massini die Musik.

 

JULIETTE IM FRÜHLING

(Start: 18.07.24)

Premiere bei den Sternstunden in der Kamera am Donnerstag, 18.07., 14:30 Uhr

F 2024 | Regie: Blandine Lenoir | 95 Min. | FSK tba
Darsteller*innen: Izïa Higelin, Sophie Guillemin, Salif Cissé, Jean-Pierre Darroussin, Noémie Lvovsky

Die Kinderbuchillustratorin Juliette kehrt aus Paris in ihren Heimatort in der französischen Provinz zurück. Dort hofft sie auf zwei entspannte Wochen im Kreise ihrer Familie. Stattdessen trifft sie auf ihre Schwester, die mitten in einer existentiellen Krise steckt, ihren liebevollen, aber etwas launischen Vater, ihre Mutter, die gerade das Thema New Age für sich entdeckt hat - und auf ihre geliebte Großmutter, die sich mit ihrem neuen Leben in einem Pflegeheim anfreunden muss. Und dann ist da noch der freundliche, etwas einsame Pollux, der zufällig Juliettes Weg kreuzt …

In ihrer charmanten, warmherzigen Komödie erzählt die französische Regisseurin Blandine Lenoir („Madame Aurora und der Duft von Frühling“) auf tiefsinnige und gleichzeitig sehr unterhaltsame Weise eine Geschichte über familiäre Beziehungen, die Suche nach dem Sinn im eigenen Leben und über die kleinen Absurditäten des Alltags.

Der Film basiert auf der autobiografisch inspirierten Graphic Novel „Juliette: Gespenster kehren im Frühling zurück" von Camille Jourdy. In den Hauptrollen sind die Sängerin und Schauspielerin Izïa Higelin sowie Jean-Pierre Darroussin, Sophie Guillemin und Noémie Lvovsky zu erleben