kommende Sondervorstellungen
ASTRID LINDGREN - Die Menschheit hat den Verstand verloren
Sondervorstellung am Sonntag, 27.09., 11:00 Uhr, Kamera in Kooperation mit der Deutsch-Schwedischen-Gesellschaft Heidelberg e.V.
Anschließend möchten wir gerne noch mit Ihnen ins Gespräch kommen: über Astrid Lindgren, ihre Kriegstagebücher und die Frage, warum Ihre Gedanken bis heute so erstaunlich aktuell sind.
D/S 2025 | Regie: Wilfried Hauke | 98 Min.
Astrid Lindgren, die vor allem durch ihre Kinderbücher wie „Pippi Langstrumpf“, „Michel aus Lönneberga“ und „Ronja Räubertochter“ bekannt wurde, prägte mit ihren Werken Generationen von Leser*innen. Astrid Lindgren - Die Menschheit hat den Verstand verloren nähert sich der Autorin auf neue Weise, widmet sich ihren Tagebüchern, die zwischen 1939-1945 entstanden sind und erzählt von der noch unbekannten Astrid Lindgren als Chronistin des Zweiten Weltkriegs.
Die erst 2015 veröffentlichten und in mehr als 20 Sprachen übersetzen Kriegstagebücher von Astrid Lindgren lagen 70 Jahre lang in ihrem Schlafzimmer im Wäscheschrank verborgen. Sie sind eine einzigartige Dokumentation vom Schrecken der Diktatur und des Terrors aus der Sicht einer Mutter und frühen Feministin und appellieren leidenschaftlich an Mitmenschlichkeit, Frieden und Gleichberechtigung.
EXTRAWURST
Sondervorstellung im Rahmen der Interkulturellen Woche am Sonntag, 27.09., 16:30 Uhr, Gloria, in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Heidelberg und der Katholischen Stadtkirche Heidelberg
anschließendes „interkulturelles“ Grillfest im Garten der Providenzkirche (Hauptstraße 90a)
Ein scheinbar banaler Vorschlag in einem Provinz-Tennisclub – ein zweiter Grill für das einzige muslimische Mitglied – löst eine hitzige Debatte über Integration, Vorurteile und Toleranz entfacht. Pointierte Dialoge, ein starkes Ensemble um Hape Kerkeling und Christoph Maria Herbst sowie feine Satire sorgen für unterhaltsame, teils nachdenkliche Kinomomente.
D 2025 | Regie: Marcus H. Rosenmüller | 98 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Friedrich Mücke, Anja Knauer, Gaby Dohm
Eigentlich ist es reine Formsache: Heribert (Hape Kerkeling), langjähriger Vorsitzender des Tennisclubs Lengenheide, und sein ehrgeiziger Stellvertreter Matthias (Friedrich Mücke) lassen über die Anschaffung eines Grills für die nächste Vereinsfeier abstimmen. Der hippe Werbetexter Torsten (Christoph Maria Herbst), von Berlin in die Provinz ausgewandert, haut noch einen flotten Spruch raus, damit die dröge Versammlung ein schnelles Ende findet. Da schlägt seine Frau Melanie (Anja Knauer) vor, für ihren Doppelpartner Erol (Fahri Yardim), dem einzigen muslimischen Mitglied des Vereins, einen zweiten Grill zu kaufen. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste bekanntlich nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Die gut gemeinte Idee führt Satz für Satz zu einem turbulenten Schlagabtausch, bei dem Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken, Gutmenschen und Hardliner frontal aufeinanderprallen. Schnell wird allen klar: Es geht hier um viel mehr als einen Grill…
KONTROLLVERLUST
Kurzfilmreihe Shorts Attack! am Sonntag, 27.09., Gloriette
9 Kurzfilme & Heidelberg-Gewinnerfilm des Vormonats
#Error! – Durch Systemfehler und Überforderung ereignet sich Merkwürdiges. Ob auf Arbeit, im Restaurant oder bei der Fortpflanzung, ob im demokratischen Raum oder durch die Finanzwelt, defekte Kontrolle riskiert Gleichgewichtsstörung und setzt die Zukunft aufs Spiel. Augenzwinkernd und stringent zeigen 9 filmische Zwischenfälle gesellschaftliches Straucheln.
Am Ende gibt es ein Online-Voting. Zudem stimmen wir per "Applaus-O-Meter" für den Heidelberger Lieblings-Kurzfilm des Monats. Den Monatssieger zeigen wir jeweils im folgenden Monat bei den Shorts Attack! als Eröffnungsfilm.
THE LIFE OF CHUCK
Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 30.09.26, 20:00 Uhr
Ein zauberhaft philosophischer Film über das Leben und den Tod nach einer Novelle von Stephen King.
vorgestellt von C. Pop (Gastreferentin aus Saarbrücken)
USA 2024 | Regie: Mike Flanagan | 110 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Tom Hiddleston, Mia Sara Mark Hamill, Chiwetel Ejiofor, Jacob Tremblay, Karen Gillan, Matthew Lillard
Wer ist Chuck? Die Welt geht unter, Kalifornien versinkt im Meer, das Internet bricht zusammen – doch in einer amerikanischen Kleinstadt herrscht vor allem Dankbarkeit gegenüber Charles „Chuck“ Krantz (Tom Hiddleston), einem gewöhnlichen Buchhalter, dessen Gesicht allen freundlich von Plakatwänden und aus dem Fernsehen zulächelt. Wer ist dieser Mann, den niemand wirklich zu kennen scheint? Ein Rätsel, das weit zurückreicht ... bis in dessen Kindheit bei seiner Großmutter (Mia Sara), die ihre unendliche Liebe fürs Tanzen an ihn weitergab, und seinem Großvater (Mark Hamill), der ihn in die Geheimnisse der Buchhaltung einweihte und unbedingt vor jenem der verschlossenen Dachkammer bewahren wollte. Ein Rätsel, das vor allem eine Frage aufwirft: Kann das Schicksal eines Einzelnen die ganze Welt verändern?
LÜGEN ÜBER MEINE MUTTER
Vorpremiere mit Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Rosalie Thomass zum Literaturherbst Heidelberg 2026
am Donnerstag, 01.10., 19:15 Uhr - Gloria-Kino
D 2025 | Regie: Aron Lehmann | 106 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Rosalie Thomass, Elise Lindner, Golo Euler, Johanna Gastdorf, Juliane Köhler, Anneke Kim Sarnau, Rainer Laupichler
LÜGEN ÜBER MEINE MUTTER ist ein kraftvolles Plädoyer für weibliches Empowerment, ein zutiefst berührender und menschlicher Film und erzählt von der ersten großen Liebe unseres Lebens: der Liebe zwischen Mutter und Kind. Angesiedelt in der westdeutschen Provinz der 1980er Jahre, in einer Familie, in der ein Thema alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter Cornelia (Rosalie Thomass). Ist diese schöne, eigenwillige, unberechenbare Frau zu dick? Muss sie dringend abnehmen? Ja, das muss sie. Entscheidet ihr Ehemann Werner (Golo Euler), der immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Cornelia ist dem ausgesetzt, Tag für Tag, während Tochter Ela (Elise Lindner) zwischen den Stühlen steht und zunehmend vom Vater infiltriert wird über die in seinen Augen unzumutbar dicke Mutter. Doch was ist die Wahrheit und wer belügt hier eigentlich wen?
Regisseur Aron Lehmann (WAS MAN VON HIER AUS SEHEN KANN) inszeniert auf Grundlage des Drehbuchs von Rosalie Thomass (JAGDSAISON, WÄLDERN) mit viel Einfühlungsvermögen und visueller Kraft eine lebensbejahende Geschichte. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Daniela Dröscher.
Am 2. Oktober steigt in den Heidelberger Kinos, im kommunalen Karlstorkino, im Cinema Augustinum und bei uns in Gloria & Gloriette und in der Kamera, die 5. Heidelberger Kinonacht.
Jedes der teilnehmenden Kinos bietet ein spezielles Kinoprogramm an und zeigt in der Nacht vom 2. Oktober zum Feiertag passende Filme. Im Fokus der Heidelberger Kinonacht stehen die Heidelberger Kinos als Orte der Begegnung und große Bühne für den Film und die Förderung der Heidelberger Kinokultur.
Die Heidelberger Kinolandschaft ist geprägt durch Kinos mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Diese Vielfalt soll durch die Heidelberger Kinonacht deutlich werden. Für jeden Filmgeschmack ist etwas dabei. Die Nacht zum Feiertag wird für alle Heidelberger*innen zur Kinonacht.
Unser gesamtes Programm veröffentlichen wir am Montag, 28.09.
WOHIN MIT MIR
Sondervorstellung im Rahmen der Interkulturellen Woche am Sonntag, 04.10., 11:30 Uhr, Gloria
Filmgespräch mit Filmemacher Marvin Menné
D 2025 | Regie: Marvin Menné | 79 Min. | FSK 6
Dokumentarfilm
Majd und Shahfaisal leben in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Deutschland. Dort beginnen sie, sich selbst zu entdecken – als Teenager mit Träumen und Ängsten. Doch ihre Lebensrealität ist geprägt von drohender Abschiebung, familiärem Druck und gesellschaftlicher Ablehnung. Der Film begleitet die beiden durch ihren Alltag, der zwischen Hoffnung und existenzieller Unsicherheit oszilliert. Regisseur Marvin Menné beleuchtet eindrucksvoll, was nach der Flucht passiert und eröffnet einen empathischen Blick auf eine Lebensphase, die viele in Politik und Öffentlichkeit übersehen: das Erwachsenwerden im Ausnahmezustand.
Kunstfilmreihe Exhibition on Screen:
JAMES McNEILL WHISTLER
Sondervorstellungen im Oktober und November in der Kamera, jeweils Sonntagsmatinée
kommende Termine:
Sonntag, 04.10. | Sonntag, 18.10. | Sonntag, 01.11.
In einer Ära des tiefgreifenden Wandels und großer Schönheit trat die Persönlichkeit von James McNeill Whistler in Erscheinung. Von einigen als einer der großen Erneuerer der Kunst des 19. Jahrhunderts angesehen, war er ein Zeitgenosse der Impressionisten und wurde von Künstlern wie Van Gogh und Manet hoch geschätzt. Als kühner Experimentator und für seinen scharfen Witz bekannter Geist brach Whistler mit den strengen Konventionen der viktorianischen Gesellschaft, um einem neuen Schönheitsideal zu folgen; er schuf „Kunst um der Kunst willen“ und sicherte sich so einen Platz in der Geschichte der großen Kunst. Er erkannte Parallelen zwischen Malerei und Musik und bezeichnete viele seiner Werke als „Arrangements“, „Harmonien“ oder „Nocturnes“, womit er die Bedeutung tonaler Harmonie in seinem Schaffen unterstrich. Sein berühmtestes Gemälde, *Arrangement in Grau und Schwarz Nr. 1* (1871) – gemeinhin bekannt als *Whistlers Mutter* –, ist ein verehrtes und oft parodiertes Porträt der Mutterschaft. Es zählt zweifellos zu den berühmtesten Gemälden der Kunstgeschichte, und dieser Film enthüllt den Menschen hinter dem Werk.
Die Tate Britain präsentiert derzeit die erste große Whistler-Retrospektive seit drei Jahrzehnten. Diese spektakuläre Ausstellung verspricht, das Bewusstsein für Whistlers kunsthistorische Bedeutung neu zu wecken, indem sie weltberühmte Meisterwerke mit selten gezeigten Arbeiten vereint. „Exhibition on Screen“ bringt diese großartigen Werke und die faszinierende Geschichte dahinter noch während der Laufzeit der Ausstellung in die Kinos weltweit und macht diesen wahrhaft globalen Künstler einem internationalen Publikum zugänglich. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, diesen visuell beeindruckenden Künstler und seinen Einfluss auf nachfolgende Generationen kennenzulernen.
PANS LABYRINTH
Klassiker-Filmreihe BEST OF CINEMA am Dienstag, 06.10., GLORIA
E 2005 | Regie: Guillermo Del Toro | 120 Min. | FSK 16
Darsteller: Ivana Baquero, Sergi López, Doug Jones, Ariadna Gil, Maribel Verdú
Im Jahr 1944, kurz nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs, reist die junge Ofelia (Ivana Baquero) mit ihrer hochschwangeren Mutter in ein abgelegenes Landhaus. Dort kommandiert ihr brutaler Stiefvater Captain Vidal (Sergi López) eine Einheit, die den letzten republikanischen Widerstand in den umliegenden Wäldern zerschlagen soll. Während sich die Realität durch Gewalt und Angst verdichtet, entdeckt Ofelia in der Nähe des Anwesens ein verborgenes Labyrinth. Dort begegnet sie einem rätselhaften Faun (Doug Jones), der ihr eröffnet, sie stamme aus einer vergessenen Unterwelt. Um dorthin zurückzukehren, müsse sie drei Aufgaben erfüllen. Zwischen militärischer Repression, der sich verschlechternden Gesundheit ihrer Mutter und den Prüfungen des Fauns beginnt für Ofelia eine gefährliche Reise an der Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit.
PANS LABYRINTH ist ein Dark-Fantasy-Drama des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro, der für seine Verbindung von märchenhaften Motiven und historischen Stoffen bekannt ist. Der Film verknüpft Elemente des Fantasykinos mit einem realistischen Blick auf das Spanien der 1940er-Jahre unter franquistischer Herrschaft. In der Hauptrolle überzeugt Ivana Baquero als Ofelia, ergänzt durch Sergi López als autoritäre Vaterfigur. Del Toro entwickelte eine eigenständige Bildsprache, in der praktische Effekte, Maskenbild und symbolisch aufgeladene Figuren eine zentrale Rolle spielen. PANS LABYRINTH wurde bei der 79. Verleihung der Academy Awards® in sechs Kategorien nominiert und mit drei Oscars® ausgezeichnet (Kamera, Szenenbild, Maske). Insgesamt erhielt der Film 106 Auszeichnungen bei 115 Nominierungen. Er wurde von der internationalen Kritik vielfach rezipiert und zählt zu den bekanntesten Arbeiten del Toros.
FRAU WINKLER VERLÄSST DAS HAUS
Sondervorstellungen mit Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie zum Literaturherbst Heidelberg 2026
am Freitag, 09.10., 17:45 Uhr - Gloria-Kino & 20:00 Uhr - Die Kamera
D 2026 | Regie: Doris Dörrie | 120 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Angela Winkler, Laura Tonke, Josef Ellers, Via Jikeli, Eugene Boateng, Zoë Baier
Im Jahr 2030 ist der ehemaligen Schauspielerin Frau Winkler (Angela Winkler) nichts mehr geblieben als ihre Tochter Emi (Laura Tonke) und Enkelin Billie (Zoë Baier). Ihr geliebter Ehemann und Bühnenpartner ist viel zu früh verstorben; aus ihrer Trauer hat Frau Winkler nie ganz herausgefunden und sich immer ganz auf Emi verlassen. Als diese, ebenfalls Schauspielerin, ein Theaterengagement annimmt und endlich ihr eigenes Leben in die Hand nehmen will, ist ihre Mutter nach einem Unfall plötzlich auf intensive Hilfe angewiesen, und es muss schnell eine Lösung her: ein Pflegeroboter, den die Krankenkasse stellt. Frau Winkler fühlt sich gedemütigt und wehrt sich vehement gegen die maschinelle Zuwendung. Doch dann entwickelt sich eine unerwartete Freundschaft zwischen der 80-Jährigen und dem äußerst „belesenen“ Roboter, den sie Pawlowitsch nennt und der zu ihrer Verzückung wunderbar Tschechow rezitieren kann. Aber Pawlowitsch ist nicht nur eine interessante neue Gesellschaft für Frau Winkler, er übermittelt auch ihre sich stetig verschlechternden Vitalwerte an ein auf Effizienz bedachtes Gesundheitssystem. Pawlowitsch verspricht, ihr beizustehen, aber kann eine künstliche Intelligenz einem Menschen ein Versprechen geben, das auch zu halten ist?
„Du Mensch!“
Sonderveranstaltung des Literaturherbst Heidelberg 2026 am Sonntag, 11.10., 11:00 Uhr, KAMERA
Literarisch-musikalisches LIVE-Hörspiel zum Festivalthemenschwerpunkt #MENSCH
mit Veronika Haas, Matthias Paul, Jutta Wagner, Tina Kuka (Gesang), Oliver Kuka (Gitarre)
„Du Mensch! Pfui, du bist kein Hund. Pfui, schäme dich!“, soll Schopenhauer ausgerufen haben, wenn er seinen Pudel Butz aufs Allerschärfste tadeln wollte. Schopenhauer, der Misanthrop, umgab sich lieber mit Hunden als mit Menschen, Patricia Highsmith zog die Gesellschaft von Schnecken vor, nahm manche von ihnen – versteckt in einer Handtasche – sogar auf eine Cocktailparty mit, Gérard de Nerval liebte es, mit einem Hummer durch Paris zu spazieren, Jean Paul züchtete hingebungsvoll Fliegen. Es sind jene skurrilen Eigenheiten, die Irrungen, Wirrungen und Kuriositäten, das Komische und das Tragische, die das genuin Menschliche in all seiner Liebenswürdigkeit und Fehlbarkeit ausmachen, – auch bei berühmten Dichtern, Denkern, Komponisten und Künstlern. Das LIVE-Hörspiel erzählt kaum bekannte Geschichten aus Tagebüchern, Briefen und Notizen und deckt etliche Skurrilitäten, geheime Phobien, Liebesweh- und Liebesglück, Versuchungen, bizarre Begebenheiten und reichlich mehr zutiefst Menschliches auf. Dabei kreist es auch um kulinarische Vorlieben berühmter Persönlichkeiten, um Verleger wie Ernst Rowohlt, der mit Wonne Glas aß, Alexandre Dumas, der über die exakte Garzeit von Elefantenfüßen berichtet, oder um Dali und das Püree aus der Kniekehle seiner Geliebten.
Das launige literarisch-musikalische Live-Hörspiel ist eine liebevolle Hommage an das genuin Menschliche, das uns Menschen eint und zeigt, dass selbst berühmte Dichter und Denker nicht vor Schlafproblemen, zunehmender Leibesfülle, Sorgen um den beruflichen Erfolg oder vor unliebsamen Kollegen gefeit sind.
ICH STERBE. KOMMST DU?
Film-Matinee zum Welthospiztag am Sonntag, 11.10., 11:00 Uhr, Gloria - Eintritt frei
in Kooperation mit dem Palliativ- und Hospiznetzwerk Heidelberg
Eine berührende Geschichte über Abschied, Angst, Humor und Lebensfreude am Lebensende. Im Anschluss stellen Akteur*innen des Netzwerks die Heidelberger Palliativ- und Hospizangebote vor und laden zum Austausch ein.
D 2024 | Regie: Benjamin Kramme | 99 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Jennifer Sabel, Barbara Philipp, Hildegard Schroedter, Carlos Moselewski, Axel Werner, uvm.
„Ich sterbe. Kommst du?“ wagt einen ungewöhnlichen Blick auf das Sterben, erzählt von den Herausforderungen letzter Lebenstage, vom Abschiednehmen, der Angst vor dem Tod, aber auch vom Humor, den das Leben bis zum Schluss behält und der Erkenntnis, dass das Leben oft unfertig zu Ende geht.
Nadine, eine junge Mutter, leidet an Krebs im Endstadium. Sie nimmt Abschied von ihrer Wohnung, ihrem bisherigen Leben und zieht nicht freiwillig in ein Hospiz.
Denn ihre Mutter Renate, selbst überfordert mit der Situation ihr eigenes Kind auf diesem letzten Wegabschnitt begleiten zu müssen, versucht die Organisation zu übernehmen, auch um im Handeln der Trauer zu entfliehen.
Wütend über die ihr aufgezwungene Situation sitzt Nadine in ihrem Hospizzimmer und sehnt sich nach ihrer Wohnung und ihrem sechsjährigen Sohn Dexter.
Im Laufe des Films nimmt sie ihr neues, letztes Zuhause, in dem sich eine letzte Wohngemeinschaft versammelt, langsam an. Nach und nach kommt sie mit den anderen Mitbewohner*innen des Hospiz‘ in Kontakt und beginnt sich mit ihrer eigenen und der Situation der anderen auseinanderzusetzen – wütend und aggressiv, feinfühlig und grob, heiter und traurig. Sie findet eine Freundin in Marion, einer lebenslustigen Frau, die sich vom Sterben nicht unterkriegen lassen will.
TOM MEDINA
Sondervorstellung zur Französischen Woche Heidelberg am Montag, 12.10., 20:00 Uhr (franz. OmU), Gloria
in Kooperation mit Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus
mit Gespräch im Anschluss an den Film
Eintritt frei
F 2022 | Regie: Tony Gatlif | 100 Min.
Tom Medina wird von einem Jugendrichter in die Camargue zu Ulysses geschickt, einem Mann mit einem grossen Herzen, der mit der Natur im Einklang steht. Von Stieren und Pferden fasziniert und von Visionen geleitet, lernt Tom an der Seite von Ulysses den Beruf des Naturwächters. Er stiehlt nicht mehr, ist wissensdurstig und sehnt sich danach, ein anderer Mensch zu werden. Aufgebracht über die unveränderte Feindseligkeit, die im entgegenschlägt, kämpft er um sein Schicksal und kreuzt dabei den Weg der Aktivistin Suzanne.
TOM MEDINA ist ein Spielfilm, der sich an Tony Gatlifs Leben vor seiner Zeit als Filmemacher orientiert, als er über das Meer nach Frankreich kam. Gatlif verwebt seine Biografie mit Metaphern, verlegt die Geschichte in die Gegenwart und schildert mit grossem Einfühlungsvermögen, wie Tom trotz seiner Heimatlosigkeit nie die Würde und Kraft für sein Leben verliert. Der in der mystischen Landschaft der Camargue angesiedelte Film lebt von Naturbildern, einer intensiven Tonebene und viel Musik. Und am Ende werden die Zuschauer*innen mit einem poetischen Ende entlassen, welches
eine Wohltat für das Herz ist.
ST. ANTON BERGFILMFESTIVAL - FILMFEST.ANTON ANNIVERSARY TOUR 2026
am Mittwoch, 14.10., 20:00 Uhr zu Gast bei uns in der Kamera
Seit 1995 zeigt das Filmfest St. Anton die besten Berg-, Alpinismus- und Abenteuerfilme Europas. Zur 30-jährigen Aufl age bringt das Filmfest St. Anton eine kuratierte Auswahl der Jubiläumsausgabe auf die große Leinwand: Am 14. Oktober zeigen wir in der Kamera im Rahmen der Anniversary Tour ein Kinoprogramm mit drei Berg- und Abenteuerfilmen, alle drei feierten Premiere beim Filmfest - inklusive On-Screen-Moderation und Interviews mit Filmemacher:innen und Protagonist:innen, aufgezeichnet während des Filmfest 2026
Die Filme des Festivals
„Uncle Timmy“(Premiere beim 30. Filmfest):
Irgendwann in der Zukunft babysittet Snowboard-Profi Timm Schröder - „Uncle Timmy“ - die Kinder seines besten Freundes Dino Flatz. Als sie die Geschichte hinter seinem Weltmeistertitel hören wollen, holt er weit aus: erste Lines, große Trips, harte Stürze, echte Verluste - und die Freunde, die ihn immer wieder zurück aufs Brett gebracht haben. Zwischen Dokumentation und Mockumentary verschwimmen die Grenzen. „Uncle Timmy“ ist ein Film über Riding, Freundschaft und das, was vom Leben in den Bergen wirklich bleibt.
„Zindabad“ (Premiere beim 30. Filmfest):
Im Hunza-Tal in Pakistan macht sich Mueez Ud Din auf, einen Gipfel zu besteigen, der sein Leben lang über ihm aufragte. Gemeinsam mit seinem Onkel Javed Ali und dem französischen Alpinisten Mathieu Maynadier dringt er in ein unerforschtes Gletschersystem vor – mit knappen Ressourcen, instabilen Bedingungen und dem Bewusstsein, zum ersten Mal am Limit des Alpinismus zu agieren. Vor dem langen Schatten von 9/11 - der Zugang, Wahrnehmung und Chancen in Pakistans Bergen grundlegend veränderte - wird die Expedition zum Blick auf ein tiefer liegendes Ungleichgewicht. Lokale Bergsteiger unterstützen seit Langem ausländische Unternehmungen. Nur wenige haben sie angeführt. Zindabad ist der Versuch, diese Dynamik zu verschieben.
„Forever Young“ (Premiere beim 30. Filmfest):
Stefan Glowacz, Christian Schlesener sowie die Brüder Moritz und Philipp Hans brechen auf zum bolivianischen Altiplano. Einheimische haben ihnen vom sagenhaften Valle de las Rocas erzählt: unerschlossene Boulder und Felswände auf 4.000 Metern, soweit das Auge reicht. Was die Gruppe verbindet, ist der gemeinsame Hunger nach Fels. Was sie trennt, ist die Generation. Während die Hans-Brüder bouldern und ihr Footage auf Instagram posten, erschließen Stefan und Schlesie Sportkletterrouten und geben analoge Weisheiten von sich. Dazwischen: Schamanen, Flussdurchfahrten und eine Yogastunde mit Doña Gilda. Am Ende sind sich alle einig: Das Valle de las Rocas ist ein Gebiet von Weltniveau.
HEIMSUCHUNG
Sondervorstellung mit Regisseur Volker Schlöndorff zum Literaturherbst Heidelberg 2026
am Sonntag, 18.10., 11:30 Uhr - Gloria-Kino
und Start der neuen semesterbegleitenden Vortrags- und Filmreihe Heimatfilm transnational am Mittwoch, 21.10., 18:00 Uhr
D 2026 | Regie: Volker Schlöndorff | 121 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Martina Gedeck, Susanne Wolf, Lars Eidinger, Michael Maertens, Ulrich Matthes
Ein malerisches Grundstück an einem See nahe Berlin, Schauplatz für Geschichten und Lebenswege der wechselnden Besitzer und ihrer Schicksale, die miteinander verwoben und von den historischen Erschütterungen des 20. Jahrhunderts geprägt sind. Beginnend in den 1930er Jahren erwirbt ein jüdischer Tuchfabrikant für seine Familie einen Teil des Grundstücks, muss den Besitz jedoch bald wieder verkaufen. Ein Architekt und seine Frau errichten auf dem benachbarten Teil ein Haus im modernen Stil der Zeit. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs versucht der Architekt sich in Ostberlin zu verwirklichen, scheitert jedoch im DDR-System und flieht mit seiner Frau in den Westen. Das Haus wird einer Schriftstellerin und ihrem Mann übertragen, die die Nazi-Zeit im sowjetischen Exil überlebten. Ihre Enkelin wird dort in den Jahren bis zum Mauerfall ihre Sommer verbringen.
Regie-Legende Volker Schlöndorff, der für seine Verfilmung von Günter Grass‘ Roman „Die Blechtrommel“ mit einem Oscar und der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde, widmet sich nun erneut einem Jahrhundert-Roman. Mit HEIMSUCHUNG – EINE JAHRHUNDERTGESCHICHTE entsteht die erste Verfilmung eines Buches der vielfach prämierten Schriftstellerin Jenny Erpenbeck.
PSYCHO (1960)
Start der Reihe "The American Slasher" in Kooperation mit dem Anglistischen Seminar - Universität Heidelberg
am Sonntag, 18.10., 20:45 Uhr, OmU - Gloriette
Einführung und Filmgespräch mit Mark Lang Saorin (Anglistisches Seminar - Universität Heidelberg)
USA 1960 | Regie: Alfred Hitchcock | 110 Min.
Eine junge Angestellte hat 40 000 Dollar veruntreut und wird auf der Flucht in einem kleinen Motel brutal ermordet. Nachforschungen führen auf die Spur eines pathologischen Mörders. Zum Kultfilm gewordenes Meisterwerk von Alfred Hitchcock, das perfekt Atmosphäre, Montage und Musik zur Erzeugung beklemmenden Horrors einsetzt. In der Hauptrolle brilliert Anthony Perkins (1932-1992), der mit diesem Film zu Weltruhm gelangte. (filmdienst.de)
Der amerikanische Slasher Film ist mittlerweile mit Filmreihen wie Halloween, Friday the 13th, Nightmare on Elm Street oder Scream in der Kinolandschaft, zumindest popkulturell, allgegenwärtig. Viele der hier aufgebauten Franchises scheinen unsterblicher als die Mörder, die sie gewissermaßen am Leben erhalten. Filmhistorisch ist der Slasher als kulturelles Objekt in vielerei Hinsicht widersprüchlich. Er erscheint als von der Kritik zerissene low-culture, als reine Ware und Objekt der Kulturindustrie, als gewaltverherrlichend und objektifizierend; zugleich wird er dann aber auch gelesen als postmodern, Mittel der avant-garde und des Independent Film, feministisch, und als die Psychoanalyse aufarbeitend mittels einer ganz eigenen Filmtheorie. Diese Veranstaltungsreihe läuft parallel zu einem Kulturseminar, welches versucht diese Widersprüche zu thematisieren. Den Anfang bildet hier Hitchcock's Psycho, der von vielen als ideeler Vorgänger gilt, da hier schon Antworten auf substanzielle Fragen bezüglich Gewalt, Geschlechterrollen und der Psyche der USA Anklang finden.
THE KIDS ARE ALRIGHT
Kurzfilmreihe Shorts Attack! am Sonntag, 25.10., Gloriette
10 Kurzfilme & Heidelberg-Gewinnerfilm des Vormonats
Junge Menschen in Aktion: In Sachen Liebe fliegen die Fetzen, die Erwachsenen werden kritisiert, an der Tanke gibt es Stress, mit Papa geht es zum Motocross und nicht immer sitzt die Frisur. Mit oder ohne Waffe, auch ohne Belehrung geht die Ahnung durch den Magen: Junge Menschen könnten, ja sollten eine eigene Gesellschaft gründen.
Am Ende gibt es ein Online-Voting. Zudem stimmen wir per "Applaus-O-Meter" für den Heidelberger Lieblings-Kurzfilm des Monats. Den Monatssieger zeigen wir jeweils im folgenden Monat bei den Shorts Attack! als Eröffnungsfilm.
BLOCK 10
Sondervorstellung am Montag, 26.10., 19:00 Uhr, GLORIA
Bei uns zu Gast: Regisseur Marcus O. Rosenmüller sowie Vertreterinnen der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
D 2026 | Regie: Marcus O. Rosenmüller | 103 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Axel Prahl, Christian Berkel, Bibiana Beglau, uvm.
Im Konzentrationslager Auschwitz wird Anfang 1943 ein Bereich geschaffen, der innerhalb des Stammlagers eine besondere Stellung einnimmt: Block 10. Hinter seinen Mauern sperrt die SS hunderte jüdische Frauen ein. Sie werden zu Objekten medizinischer Experimente, systematisch misshandelt, verstümmelt und ihrer Zukunft beraubt.
Hier treffen unterschiedliche Schicksale aufeinander: Frauen, die ums Überleben kämpfen, ihre Würde behaupten und einander Halt geben. Ärzte, die im Namen der Ideologie foltern und töten. Und Häftlinge, die gezwungen werden, zwischen Anpassung und Widerstand zu wählen.
Unter ihnen der jüdische Gynäkologe Dr. Maximilian Samuel. Als Häftlingsarzt muss er bei den Eingriffen assistieren. Die SS zwingt ihn zur Mitarbeit, andernfalls droht der Tod seiner Tochter. Sein persönliches Dilemma spiegelt die moralische Grauzone wider, in der sich viele Gefangene bewegen: zwischen Zwang, Schuld und dem verzweifelten Versuch, Leben zu retten.
BLOCK 10 erzählt von einem abgeschlossenen Mikrokosmos des Grauens, und von den Menschen, die darin gefangen sind. Aus der Perspektive der Frauen entsteht ein vielstimmiges Bild von Gewalt, Überleben und der Frage, was Menschlichkeit unter unmenschlichen Bedingungen bedeuten kann.
TEENAGE SEX AND DEATH AT CAMP MIASMA
Start der neuen Reihe OPEN DYKES MOVIE NIGHTS am Montag, 27.10., 20:45 Uhr, GLORIETTE
mit Begrüßungsgetränk
USA 2026 | Regie: Jane Schoenbrun | 112 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, u.v.a.
Nach Jahren liebloser Fortsetzungen und schwindender Fanbasis wird das Slasher-Franchise Camp Miasma einer ambitionierten jungen Regisseurin zur Wiederbelebung überlassen. Als sie den einstigen Star der Originalfilme besucht, eine mittlerweile zurückgezogen lebende Schauspielerin, die von Geheimnissen umgeben ist, geraten die beiden Frauen in eine blutgetränkte Welt voller Begehren, Angst und Wahnvorstellungen.
FATHER MOTHER SISTER BROTHER
Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 28.10.26, 20:00 Uhr
Ein tragikomisches Familientriptychon nach Jarmusch-Art.
vorgestellt von M. Hörster
USA/IRL/F 2025 | Regie: Jim Jarmusch | 110 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene, Indya Moore, Luka Sabbat, Françoise Lebrun
Die drei Geschichten des behutsam als Triptychon komponierten Spielfilms kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie.
Regie-Ikone Jim Jarmusch lässt den hochkarätigen Cast um Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Indya Moore und Luka Sabbat die Untiefen familiärer Beziehungen ausloten. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspiele von Venedig.
BLOOD & SINNERS
Halloween-Special am Samstag, 31.10., Gloria
in Kooperation mit dem Anglistischen Seminar - Universität Heidelberg
Begrüßungsgetränk und Filmeinführung
USA 2025| Regie: Ryan Coogler | 131 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Michal B. Jordan, Miles Caton, Wunmi Mosaku, Jack O’Connell, Saul Williams
Der Film erzielte mit 16 Nominierungen für die Oscarverleihung 2026 eine Rekordzahl und gewann die Auszeichnungen in den Kategorien Hauptdarsteller, Originaldrehbuch, Kamera und Filmmusik.
Beim Versuch, ihr von Problemen geplagtes Leben hinter sich zu lassen, kehren Zwillingsbrüder (Jordan) in ihre Heimatstadt zurück, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass bei ihrer Rückkehr ein noch größeres Übel auf sie wartet.
„Wenn du ständig mit dem Teufel tanzt, dann folgt er dir eines Tages nach Hause.“
MATERIA PRIMA - New Energy. Old Powers?
Sondervorstellung am Montag, 02.11., 20:00 Uhr, Gloria
in Kooperation mit Amnesty International Hochschulgruppe Heidelberg
Filmgespräch mit Regisseur Jens Schanze
D 2026 | Regie: Jens Schanze | 90 Min. | FSK 0
Dokumentarfilm
Lithium ist unverzichtbar für die Energiewende. An keinem Ort der Welt gibt es mehr davon als im Hochland Boliviens. Ohne Lithium funktioniert kein Stromspeicher, kein Rechenzentrum, kein Elektroauto und kein Smartphone. Die Europäer wollen den Rohstoff, um ihre Automobilindustrie zu retten. Die Bolivianer wollen ihn, um die Armut zu bekämpfen.
Der Film gewährt einen seltenen Einblick in die Verhandlungen zwischen Industrievertretern und Regierungen, während die lokale Bevölkerung endlich 500 Jahre koloniale Ausbeutung hinter sich lassen will.
Die Chronik eines indigenen Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert verändert den Blick auf die Gegenwart und wirft die Frage auf: Sind wir bereit zur Dekolonialisierung?
ROCKY
Klassiker-Filmreihe BEST OF CINEMA am Dienstag, 03.11., GLORIA
USA 1976 | Regie: John G. Avildsen | 120 Min. | FSK 12
Darsteller: Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young, Carl Weathers, Burgess Meredith
Der italo-amerikanische Amateurboxer Rocky Balboa lebt im Armenviertel von Philadelphia, wo er sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser hält. Als er überraschend das Angebot erhält, in einem PR-wirksamen Titelkampf gegen den amtierenden Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed anzutreten, wittert Rocky die Chance seines Lebens. Mit eiserner Disziplin und unerschütterlichem Willen macht er sich ans Training, um sich selbst und der Welt zu zeigen, was in ihm steckt.
Mit ROCKY gelang Autor und Hauptdarsteller Sylvester Stallone der Durchbruch in Hollywood. Die mit geringem Budget realisierte Underdog-Geschichte wurde in den USA zum erfolgreichsten Film des Jahres 1976 und gewann im darauffolgenden Jahr insgesamt drei Oscars® (Bester Film, Beste Regie und Bester Schnitt). Rocky Balboa gilt bis heute als eine der einflussreichsten Figuren der Filmgeschichte.
STROMBOLI - Terra di Dio (1950)
Vortrags- und Filmreihe Heimatfilm transnational am Mittwoch, 04.11., 18:00 Uhr (ital. OmU), Gloria
in Kooperation mit dem Institut für Europäische Kunstgeschichte und dem Romanischen Seminar der Universität Heidelberg
mit Beate Ochsner (Medienwissenschaft, Universität Konstanz):
Ökologien der Unbehaustheit. Flucht, Zugehörigkeit und gescheiterte Beheimatung in Stromboli – Terra di Dio
I 1950 | Regie: Roberto Rossellini
Roberto Rossellinis Stromboli – Terra di Dio (1950) verbindet neorealistische Verfahren mit einem modernen Kino subjektiver Wahrnehmung: Die als Hollywoodstar etablierte Ingrid Bergman trifft auf eine dokumentarisch anmutende Inselwelt, die soziale Realität und existenzielle Krise miteinander verschränkt. Im Zentrum steht Karin, eine Displaced Person, die durch die Heirat mit dem Fischer Antonio dem Flüchtlingslager entkommen will,
auf Stromboli jedoch keine neue Heimat findet. Der Vortrag begreift den Film als „Ökologie der Unbehaustheit“, in der Zugehörigkeit von fragilen räumlichen, sozialen, materiellen und affektiven Beziehungen abhängt. Die Insel erscheint dabei nicht als Kulisse, sondern als widerständige Umwelt, an der die Vorstellung scheitert, Heimat lasse sich durch Heirat, Sesshaftigkeit und bloße Anwesenheit herstellen.
MILES DAVIS - Birth of the Cool
Sondervorstellung im Rahmenprogramm von Enjoy Jazz am Samstag, 07.11., 15:45 Uhr, KAMERA
Slideshow/presentation on “Birth of the Cool” and a brief Zoom interview with film director Stanley Nelson
USA 2019 | Regie: Stanley Nelson | 119 Min.
Dokumentarfilm
Trompeter, Bandleader, Innovator. Elegant, intellektuell, genial und immer wieder auch kontrovers. Ein Mann, der für einen Sound steht, so wundervoll, dass er einem das Herz brechen kann. MILES DAVIS – BIRTH OF THE COOL erzählt von Leben und Karriere eines musikalischen Ausnahmetalents und einer kulturellen Ikone. Ein wahrer Visionär, der in kein Schema passt und dabei eines absolut verkörperte: Coolness. Regisseur Stanley Nelson („The Black Panthers: Vanguard of the Revolution“, Emmy®-Award-Gewinner für „Freedom Riders“), einer der führenden Chronisten afro-amerikanischer Geschichte, schuf mit MILES DAVIS – BIRTH OF THE COOL eine Dokumentation, die den Zuschauer hautnah am Sound und an der Persönlichkeit eines der einflussreichsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts teilhaben lässt – dank bisher unveröffentlichter Archivaufnahmen, Studio Outtakes und seltenen Fotomaterials. Interviews mit Musikern wie u.a. Wayne Shorter, Quincy Jones, Juliette Gréco, Carlos Santana, Marcus Miller und Herbie Hancock geben weitere spannende Einblicke in das Leben und Wirken von Miles Davis.
WINTER-WEIHNACHTSSPECIAL
Sonderveranstaltung des Literaturherbst Heidelberg 2026 am Freitag, 18.12., 20:00 Uhr, GLORIA
Ein literarisch-musikalischer Romantik-Abend mit Veronika Haas, Matthias Paul, Jutta Wagner, Brigitte Becker (Klavier) und Barbara R. Grabowski (Gesang)
mit Begrüßungsgetränk und süßem Weihnachtsgruß
„Die Welt muss romantisiert werden“
Romantische Lebenskunstlehre zwischen Weihnachtsbraten und Sommer-Punsch, Zankäpfeln und Obst-Diät, Sehnsuchtsort und Klatschnest
„Die Welt muss romantisiert werden“, bringt Novalis die romantische Lebenskunstlehre auf eine einfache Formel: Denn wer das Gewöhnliche, das Alltägliche nur ein wenig romantisiert, verzaubert, der kann sie halten: die schöne Vorstellung vom kleinen oder auch vom großen Lebensglück. Kaum eine andere Stadt wurde – sommers wie winters – derart romantisiert wie Heidelberg: „Man kann hier bei Eis und Schnee nur an den Zuckerbäcker denken“, schwärmt Brentano, „wie dieses Land auch im Winter gesegnet ist“. Mit der Romantik wurde Heidelberg zum bis heute gefeierten und viel besuchten Sehnsuchtsort, dass sich Wilhelm Müller, der Dichter von Schuberts Winterreise, im ausgebuchten Hotel nur mit einer dunklen Dachkammer zu begnügen hatte. „Man müsste hier leben!“, ruft Victor Hugo begeistert, Eichendorff kürt die Stadt zur Heile-Welt-Oase, „als gäbe es nichts Gemeines auf der Welt“. Die einen schwärmen von Heidelberg, andere beklagen die hohen Preise, schon Lessing verprasste verzweifelt Geld beim Lottospiel. Für Helmina von Chézy ist Heidelberg „ein Zugnest und ein Klatschnest“. In den Restaurants werfen sich Romantiker und Romantik-Gegner gegenseitig grimmige Blicke zu, denn in keiner anderen Stadt wurde der Streit zwischen Klassik und Romantik derart leidenschaftlich ausgefochten wie in Heidelberg. Auch die Anreise oder die Fahrt mit Kutsche und Schlitten durch die Stadt waren oft gefährlich, weshalb Knigge in Heidelberg einen Elchtest für Kutschen erfindet. Im Schlitten wärmt sich Robert Schumann mit reichlich Rum, der ihn zudem darüber hinwegtröstet, dass es für ihn an Weihnachten in Heidelberg nur Stockfisch gab; Goethe beklagt die Missgeschicke, die einem widerfahren können: „Ich hab mir bey der Schlittenfahrt mit der Peitsche höllisch übers Aug gehaun“.
In ihrer Kunst und Weltanschauung verklären die Romantiker alle Widrigkeiten, auch jene, die sich in der Liebe, Ehe, Kindererziehung oder bei Familien- und Weihnachtsfesten einstellen können. Tagebücher, Reisenotizen und Briefe verraten indes, dass selbst die Romantiker oftmals ihre liebe Not mit der Romantisierung ihrer Welt hatten. Ein besonderes Live-Hörspiel, das Heidelberg zur Zeit der Romantik sommers wie winters lebendig macht, mit vielen unbekannten, ernsten wie humorigen Vorfällen und mit Kompositionen u.a. von Bettina von Arnim, Robert und Clara Schumann.