kommende Sondervorstellungen

SIE LEBEN

Klassiker-Filmreihe BEST OF CINEMA am Dienstag, 07.10.25

USA 1988 | Regie: John Carpenter | 94 Min.
Darsteller*innen: Roddy Piper, Keith David, Meg Foster, George 'Buck' Flower, Peter Jason, Raymond Saint-Jacques, Jason Robards, John Lawrence, Susan Barnes, Sy Richardson, Larry Franco

Außerirdische haben die Erde besetzt. Sie benehmen sich ganz normal und sind optisch nicht von Menschen zu unterscheiden. Nur durch eine Spezialbrille betrachtet, erkennt man ihr wahres Gesicht. Der Gelegenheitsarbeiter John Nada findet eine solche Brille und ist schockiert: Alles deutet auf eine lang geplante Invasion hin, denn Millionen von Aliens bevölkern bereits die Erde. Um den Planeten ungestört ausbeuten zu können, haben sie die Menschen in Hypnose versetzt. Kaum einer kann sich ihrer Gehirnwäsche entziehen. Als sich John einer Untergrundbewegung anschließt, um das Hauptquartier der Wesen zu zerstören, wird er entdeckt. Jetzt machen die Fremden unbarmherzig Jagd auf ihn...

John Carpenter gilt bei vielen als Erfinder des neuzeitlichen Horrorfilms, der mit Halloween – Die Nacht des Grauens im Jahr 1978 ein neues Subgenre begründete: den Slasherfilm. In den 40 Jahren seiner Schaffenszeit seit seinem Durchbruch schuf Carpenter einige der intensivsten, fantasievollsten und bedeutendsten und erfolgreichsten Filme des Genres. Der Sohn eines Musikers ist selbst schöpferischer Musikliebhaber und komponierte als solcher für fast alle seine Filme eigenhändig den Soundtrack.

 

LEIBNIZ - Chronik eines verschollenen Bildes

Sondervorstellung am Mittwoch, 08.10., 19:30 Uhr, Gloria mit Filmeinführung und Gespräch

Dr. Thomas Arnold (Philosophisches Seminar - Universität Heidelberg) und Jun.-Prof. Dr. Tom Wellmann (Institut für Philosophie und Theologie - PH Heidelberg) führen in den Film ein und nehmen ihn zum Anlass, im Anschluss daran in die philosophische Reflexion seiner Themen einzutauchen. 

D 2025 | Regie: Edgar Reitz | 103 Min. | FSK 6
Darsteller*innen:  Edgar Selge, Lars Eidinger, Barbara Sukowa, Aenne Schwarz, Antonia Bill, Michael Kranz

Ein Porträt von Leibniz, in dem es – unter anderem – um ein Porträt von Leibniz geht: Die Auseinandersetzung von Philosophie und Kunst ist alt, Fragen nach dem Wesen des Bildes, den Möglichkeiten der Abbildung und ihrem Bezug zur Wahrheit beschäftigen beide schon lange. Im neuen Film des legendären Edgar Reitz sind es Leibniz, ein Maler und eine Malerin, die dieses Verhältnis wieder einmal beleben – in Form eines Kammerspiels.

 

DIE SCHULE DER MAGISCHEN TIERE 4

Sondervorstellung am Freitag, 10.10., 16:30 Uhr, Kamera mit Hauptdarstellerin Emilia Maier (Ida)

Miriam (Tomomi Themann) wohnt ein paar Monate bei ihrer Freundin Ida (Emilia Maier) und geht in dieser Zeit gemeinsam mit ihr auf die Wintersteinschule. Sie weiß nichts von der magischen Gemeinschaft. Doch gleich an ihrem ersten Schultag übergibt Mr. Morrison (Milan Peschel) der Klasse zwei neue magische Tiere: Max (Thilo Fridolin Matthes) erhält die Eule Muriel (Stimme: Annett Louisan) und zu Miriams größten Erstaunen bekommt sie den energiegeladenen Koboldmaki Fitzgeraldo (Stimme: Daniel Zillmann). Muriel erkennt schnell, dass Max möglicherweise mehr für seine beste Freundin Leonie (Purnima Grätz) empfindet, als er denkt. Miriam vertraut Fitzgeraldo an, dass sie auf ihrer alten Schule die Außenseiterin war. Dann findet Ida durch Zufall heraus, dass die Wintersteinschule geschlossen werden soll. In der anstehenden Schulchallenge erkennen Ida und ihre Klasse ihre letzte Chance, die Schule und damit die magische Gemeinschaft zu retten. Zu ihrem Schrecken erfährt Miriam, dass ihre eigentliche Schule ausgerechnet mit ihrem ehemaligen Mitschüler Torben (Philip Müller) ebenfalls an dem Wettbewerb teilnimmt. Unter Druck gesetzt von ihrer alten Klasse gerät Miriam zwischen die Fronten. Kann die Wintersteinschule die Schulchallenge gewinnen? Und kann die Klasse dadurch die Schulschließung verhindern?

 

Heidelberger Schloss von Carl Rottmann 1815
Heidelberger Schloss von Carl Rottmann 1815

220 Jahre Heidelberger Romantik – Ein besonderer Romantik-Abend

Sonderveranstaltung am Freitag, 10.10., 20:00 Uhr, Gloria

mit Veronika Haas (Literaturherbst Heidelberg), Matthias Paul (Freier Theaterverein Heidelberg), Jutta Wagner (DAI Heidelberg), Brigitte Becker (Klavier), Barbara R. Grabowski (Gesang)

Veronika Haas
Veronika Haas (Literaturherbst Heidelberg)
Matthias Paul
Matthias Paul (Freier Theaterverein Heidelberg)
Jutta Wagner
Jutta Wagner (DAI Heidelberg)
Brigitte Becker, Barbara Grabowski
Brigitte Becker (Klavier), Barbara R. Grabowski (Gesang)

„Was machen Sie? Nichts. Ich lasse das Leben auf mich regnen.“

Heidelberg wurde mit der Romantik zum bis heute viel besungenen Sehnsuchtsort, dass selbst Goethe einst kein Zimmer mehr im Hotel seiner Wahl erhielt. „Heidelberg ist selbst eine prächtige Romantik“, schwärmt Eichendorff, „als gäbe es nichts Gemeines auf der Welt“. Dichtung oder Wahrheit? Heidelberg war für die hier lebenden oder auch nur durchreisenden Dichter vieles. Heidelberg war Dolce Vita am Neckar: Hegel schwärmt von Knallwürstchen, Jean Paul preist das Bier und möchte im Rausch nackt auf einem Pferd reiten, Brahms rühmt Zwölfeierpfannkuchen in Ziegelhausen, während Eichendorff sich prompt eine Diät verordnet, als er beim Baden im Neckar befürchtet, im Vergleich zu anderen Studenten keine gute Figur zu machen. Indes waren die Anreise oder die Fahrt mit der Kutsche durch die Stadt nicht selten gefährlich, weshalb Knigge in Heidelberg einen Elchtest für Kutschen erfindet und nebenbei zum Retter der ersten Tramperin der Postkutschenzeit wird. Die einen schwärmen von Heidelberg, andere beklagen die hohen Preise, schon Lessing verprasste – verliebt in eine Heidelbergerin – verzweifelt Geld beim Lottospiel. Und die Frauen der Romantik – wie Bettina von Arnim, Sophie Mereau (verheiratete Brentano) und Clara Schumann – wagen einen epochemachenden Schritt: Sie emanzipieren sich durch Schreiben und eigene Kompositionen und beginnen, fernab vom häuslichen Herd „das Leben auf sich regnen zu lassen“ (Rahel Varnhagen). Manch eine Romantikerin, wie Karoline von Günderrode, verliert tragisch ihr Herz an einen verheirateten Professor, von dem Heidelberger vornehm sagen, er sei nur „von zweifelhafter Schönheit“, und manch eine Heidelbergerin wird von romantischen Dichtern mit gebrochenem Herzen zurückgelassen, wie die Küferstochter Katharina Förster, deren Liaison mit Eichendorff zu einem berühmten Gedicht und Lied der Romantik führte: „In einem kühlen Grunde“.

Ein besonderer Romantik-Abend, der Heidelberg im 19. Jahrhundert in all seinen Facetten lebendig macht, mit vielen unbekannten, ernsten wie humorigen Vorfällen aus Heidelbergs poetisch-musikalischer Stadtgeschichte und mit Kompositionen von Bettina von Arnim, Robert und Clara Schumann.

220 Jahre Heidelberger Romantik – 220 Jahre literarische Geschichte des Gloria-Kinos

An welchem Ort ließen sich 220 Jahre Heidelberger Romantik glänzender feiern als dort, wo sie ihre Geburtsstunde hat: im heutigen Gloria-Kino, in dem sich Anfang des 19. Jahrhunderts der Verlag „Mohr und Zimmer“ befand. Hier erschien nicht nur Brentanos und Arnims berühmte Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“, die bis heute weltweit Komponisten inspiriert, bei „Mohr und Zimmer“ veröffentlichten zahlreiche bedeutende Romantiker ihre Schriften. Im gleichen Gebäudekomplex waren eine Buchhandlung, ein literarischer Mittagstisch und eine nahezu legendäre Lesegesellschaft angegliedert, bei welcher Romantiker wie Arnim, Brentano und Görres selbst mit ihren eigentlichen „Erzfeinden“, den Anhängern der Klassik, munter und freundschaftlich „Topfschlagen“ spielten. 1817 geht Karl Baedeker, dessen Name heute längst eine Weltmarke ist, bei Mohr in die Lehre, und auch der „badische Baedeker“, wie der Heidelberger Professor und ambitionierte Reiseschriftsteller Aloys Schreiber genannt wird, ist in der Hauptstraße 146 häufig Gast. Die literarische Geschichte des heutigen Gloria-Kinos setzt sich fort bis 1935, als Hermann Lenz als Student ein Zimmer über dem Vorführraum bewohnt und seine Eindrücke aus Heidelberg in „Andere Tage“ verarbeitet.

 

SISTERQUEENS

Sondervorstellung am Samstag, 11.10., 13:00 Uhr, Gloria

in Kooperation mit HipHop Kulturtage Heidelberg, LuCa Heidelberg e.V. und Frauen helfen Frauen für das Heidelberger Bündnis gegen Armut und Ausgrenzung

D 2024 | Regie: Clara Stella Hüneke | 97 Min. | FSK 6
Dokumentarfilm

Die drei Freundinnen Jamila (9), Rachel (11) und Faseeha (12) sind Teil des Rap-Projekts „Sisterqueens“ im Berliner Wedding. Unter Anleitung etablierter Rapperinnen lernen sie, sich selbst zu feiern, gesellschaftliche Normen zu hinterfragen und Ungerechtigkeiten anzuprangern. Der beobachtende Dokumentarfilm begleitet die drei Mädchen über mehrere Jahre hinweg bei ihren ersten Schritten als junge, selbstbewusste Künstlerinnen, die nicht zuletzt den Geschlechterklischees im Rap die Stirn bieten.

Clara Stella Hünekes Abschlussfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg gewährt über mehrere Jahre hinweg einen tiefen Einblick in ein Projekt, dessen Bedeutung gar nicht stark genug betont werden kann.

Das Rap-Projekt SISTERQUEENS ist ein feministisches Projekt des Kollektivs Peira in Kooperation mit diversen Rapperinnen, MÄDEA und anderen Mädchenzentren in Berlin.

 

ZIRKUSKIND

Premiere am Sonntag, 12.10., 11:00 Uhr

in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und der Forschungsstelle Antiziganismus - Universität Heidelberg

digitales Filmgespräch mit Regisseurin Julia Lemke im Anschluss an die Vorführung

Eintritt frei

D 2025 Regie: Julia Lemke, Anna Koch | 86 Min. | FSK 0
Dokumentarfilm

Santino ist ein Zirkuskind. Sein Uropa „Ehe“ ist einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands und erzählt ihm die Geschichten seiner Vorfahren: Von der Freundschaft zu einem Elefanten, von Abschieden und Neuanfängen und von seinen ersten Schritten als Clown in der Manege, aber auch von Vorurteilen in der Gesellschaft und von der Verfolgung von Sinti* und Roma* im Nationalsozialismus. ZIRKUSKIND erzählt vom Aufwachsen mit der Familie und den Tieren, von den magischen Momenten im Zirkus und von denen, die seit Generationen die Kunst und Unterhaltung in die Manege bringen. Ein dokumentarisches Roadmovie für Kinder und deren Familien über das Leben einer Zirkusfamilie zwischen Alltag und Faszination.

 

Älven Min Vän

ÄLVEN MIN VÄN (Der Fluss, meine Freundin) - schwedisch OmU

Sondervorstellung am Sonntag, 19.10., 13:00 Uhr, Kamera

in Kooperation mit der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft Heidelberg e.V.

mit Filmgespräch, Begrüßungsgetränk und Rahmenprogramm

CH/S 2018 Regie: Hannah Ambühl | 47 Min.
Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm ist ein Porträt über das Leben von vier Frauen und deren Beziehung zum Lule Fluss in Nordschweden. Der Film gibt Einblicke in die vergangenen und gegenwärtigen Konsequenzen der Wasserkraft am Lule Fluss: Viele Sami wurden gezwungen, ihr Land zu verlassen, um den Staudämmen Platz zu machen. Diese Umstände im Zusammenhang mit der Kolonisation von Sápmi („Lappland“) führten zum Verlust der indigenen Kultur und Lebensweise (wie Sprache, Rentierzucht, Essen und Lieder). Gleichzeitig zeigt der Film die tiefe Freundschaft zwischen den Frauen und dem Lule Fluss: „Jeden Tag fließt der Fluss durch mich hindurch und sucht nach Erinnerungen", sagt die Geschichtenbuchautorin Eva-Stina Sandling. Der Film bringt sowohl die Entfremdung wie auch wachsende Verbundenheit zwischen Mensch und Natur zum Ausdruck.

Der Film wurde im Rahmen der Masterarbeit am Geografischen Institut der Universität Bern von Hannah Ambühl (Mitarbeiterin bei ProClim) produziert. Die Masterarbeit untersuchte, wie Film als kreativ-transdisziplinäre Forschungs- und Kommunikationsmethode in die Geografie eingeführt werden kann.

 

22 BAHNEN

Start der Filmreihe ESCAPE - Wege in den Rausch, Wege hinaus am Montag, 20.10., 19:00 Uhr, Gloriette

in Kooperation mit Univital, Universitäres Gesundheitsmanagement, und der kommunalen Suchtbeauftragten der Stadt Heidelberg, Eva Leichman

Sonderpreis € 5,00 für Studierende und Beschäftigte der Universität Heidelberg

D 2025 Regie: Mia Maariel Meyer | 103 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: 
Luna Wedler, Zoë Baier, Laura Tonke, Jannis Niewöhner

Tildas (Luna Wedler) Tage sind streng durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, schwimmen, sich um ihre kleine Schwester Ida (Zoë Baier) kümmern – und an schlechten Tagen auch um ihre Mutter (Laura Tonke). Zu dritt wohnen sie im traurigsten Haus der Fröhlichstraße in einer Kleinstadt, die Tilda hasst. Ihre Freunde sind längst weg, leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist geblieben. Denn irgendjemand muss für Ida da sein, Geld verdienen, die Verantwortung tragen. Nennenswerte Väter gibt es keine, die Mutter ist alkoholabhängig. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor (Jannis Niewöhner) taucht auf, der große Bruder von Ivan, den Tilda fünf Jahre zuvor verloren hat. Viktor, der – genau wie sie – immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle…

 

FAMILIENKOLLER!

Kurzfilmreihe: Shorts Attack! am Sonntag, 26.10.

7 Filme in 85 Minuten – mit deutschen Untertiteln

Zudem zeigen wir den September-Gewinner-Film vorab.

Die liebe Familie: Einige wollen raus, andere sind in ihr wohlig zuhaus. Zwischen Selbstbefreiung, Erinnerung und Zwang navigiert das Programm mit Überraschungen und voller Körperlichkeit zwischen Tradition, starken Lebenserfahrungen und Party.

Am Ende gibt es ein Online-Voting. Zudem stimmen wir per "Applaus-O-Meter" für den Heidelberger Lieblings-Kurzfilm des Monats. Den Monatssieger zeigen wir jeweils im folgenden Monat bei den Shorts Attack! als Eröffnungsfilm.

 

FÜR IMMER HIER

Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 29.10.25, 20:00 Uhr

Der Kampf einer Familie gegen das Vergessen und Verdrängen in und nach der brasilianischen Militärdiktatur

vorgestellt von B. Thebaldi

BR 2024 | Regie: Walter Salles | 138 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Fernanda Torres, Selton Mello, Fernanda Montenegro, Antonio Saboia

Oscar 2025 in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film"

Rio de Janeiro, Anfang der 1970er Jahre. In einem gemieteten Haus am Strand lebt die Familie Paiva: Vater Rubens, Mutter Eunice und ihre fünf Kinder.  Auch mit der allgegenwärtigen Unterdrückung bewahren sie in ihrem Zuhause eine Atmosphäre der Liebe, des Humors und der Offenheit. Ihre Zuneigung zueinander wird zu einem stillen Akt des Widerstands gegen die Diktatur, die ihr Leben radikal verändert. Als Rubens verschwindet, wird Eunice zur treibenden Kraft, um ihrer Familie eine neue Zukunft aufzubauen. Den Herausforderungen dieser dunklen Zeit begegnet sie mit Mut, Entschlossenheit und dem unerschütterlichen Glauben an ihre Kinder. Diese bewegende Geschichte wirft ein Licht auf die verschwiegenen Kapitel der brasilianischen Geschichte und würdigt die Stärke einer Frau, die trotz widrigster Umstände niemals aufgibt.

 

WHAT A FEELING

Sondervorstellung am Samstag, 01.11., 16:00 Uhr, Gloria im Rahmen der Veranstaltungsreihe Literaturherbst Heidelberg

Literaturherbst-Special: Caroline Peters "Ein anderes Leben"

Wir verlosen unter den Kinogästen zwei Exemplare des Romans „Ein anderes Leben“.

A 2024 Regie: Kat Rohrer | 110 Min. | FSK 12
Darsteller*innen:  Caroline Peters, Proschat Madani, Anton Noori, Gohar Nurbachsch, Nicole Ansari-Cox, Allegra Tinnefeld, Heikko Deutschmann, Rafael Haider, Barbara Spitz, Petra Morzé, Joseph Lorenz, Ines Kratzmueller, Adriane Gradziel

An ihrem Hochzeitstag bekommt die Wiener Ärztin Marie Theres ein besonderes Geschenk von ihrem Mann präsentiert: Er will sich von ihr trennen! Zur Nervenberuhigung greift Marie Theres erstmal zum Glas. Ziemlich betrunken stolpert sie in Bigis Lesbenbar und trinkt dort mit der bindungsscheuen Stammkundin Fa einfach weiter. Am nächsten Morgen kann sie sich nur noch daran erinnern, dass Fa sie nach Hause gebracht hat. Aber haben sie danach auch…? Jedenfalls bekommt sie die aufregende Frau nicht mehr aus dem Kopf. Eine stürmische Romanze nimmt ihren Lauf, von der sich selbst Marie Theres’ spießiger Freundeskreis und Fas persische Mama mitreißen lassen.

In der warmherzigen lesbischen Rom-Com „What a Feeling“ von Kat Rohrer glänzen Caroline Peters und Proschat Madani als zwei Frauen, die erst in der Mitte des Lebens zueinander finden – aber dann so richtig. Es geht um Selbsterkenntnis, den Mut zum Neuanfang und um Entscheidungen, die sich richtig anfühlen, ganz egal, was die anderen denken oder sagen. What a Feeling!

 

NIKI DE SAINT PHALLE

Sondervorstellung am Montag, 03.11., 19:00 Uhr, Gloria

Film und FATZ mit Begrüßungsgetränk und Gespräch

in Kooperation mit dem Familientherapeutischen Zentrum Neckargemünd.

F/B 2024 Regie:Céline Sallette | 98 Min. | FSK 12

Niki de Saint Phalle (Originaltitel Niki), entstanden unter der Regie von Céline Sallette, ist eine Filmbiografie über die Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle aus dem Jahr 2024. 1952 verdient die aus den USA zurückgekehrte Niki de Saint Phalle in Paris den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie als Schauspielerin und Model. Ihr Mann Harry Mathews studiert Musik und träumt von einer Karriere als Schriftsteller. Sie leidet unter anderem unter Panikattacken. Als ihr Mann unter ihrer Matratze versteckte Messer entdeckt, stimmt sie einer Behandlung in einer psychiatrischen Klinik zu. Dort entdeckt sie für sich die heilende Wirkung der Kunst. Nach der Entlassung intensiviert sie ihr künstlerisches Schaffen. In Rückblenden deutet Salette den Missbrauch an, den de Saint Phalle in ihrer Kindheit erlebte, den ihr jedoch lange niemand glauben wollte. Selbst als der Leiter einer Psychiatrie ein geschriebenes Geständnis ihres Vaters in den Händen hält, verbrennt er es lieber, als ihr zu glauben. Erst die Bekanntschaft mit der Künstlergruppe um Tinguely ermöglichte es de Saint Phalle, sich selbst als Künstlerin wirklich ernst zu nehmen und nicht mehr als „Hausfrau, die als Hobby malt“, wie sie einmal von einer Rivalin bezeichnet wird.

Michael Meyns befand auf filmstarts.de, dass sich Salette Leben und Werk der Künstlerin Niki de Saint Phalle auf ungewöhnliche Weise nähere, indem nicht das Werk im Mittelpunkt stehe, sondern die Psyche der Hauptfigur, für die Kunst vor allem als Verarbeitung von Missbrauchserfahrungen diene. Nach Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de zeige das Drama praktisch nichts von der Kunst von Niki de Saint Phalle, es gehe vielmehr um die private Laufbahn und wie diese sie beeinflusste. Das sei aufgrund der talentierten Hauptdarstellerin schon sehenswert, manchmal aber auch etwas frustrierend.

„Ich habe ihre Arbeiten zum ersten Mal gesehen, als ich jung war, vielleicht damals zu jung“, sagt Filmemacherin Céline Sallette im Gespräch mit NDR Kultur. „Ich verstehe erst jetzt die Tiefe ihrer Arbeit. Ich habe daraufhin Interviews mit ihr nachgeschaut. Was für wichtige Aussagen sie über Kunst und über das Leben selbst gemacht hat – das hat mich fasziniert.“ Sie habe daraufhin mehr über die Künstlerin recherchiert und mehr darüber erfahren, „was Mut ist und was es bedeutet, vollkommen das eigene Ich zu leben“. Die Französin ergänzt: „Es war eine ihrer größten Leistungen, diese Transformation zu vollenden, um diese mächtige Frau zu werden. Darum geht es in unserem Film – wie sie Niki de Saint Phalle wurde.“

Die Tatsache, dass aus Lizenzgründen nichts von ihrer Kunst im Film gezeigt werden darf, habe dazu geführt, dass es bislang keine Kinobiografie über Niki de Saint Phalle gegeben habe. „Niemand hätte gedacht, dass es klappt, einen Film zu machen, ohne ihre Kunst zu zeigen“. Die Herausforderung habe zwar auch zu Frustration geführt, „aber im Nachhinein bin ich froh, dass wir die Lebensphase zeigen, in der sie zur Künstlerin wird.“ Die innerliche Verwandlung sei die größte Leistung, die einem Menschen gelingen könne. „Das Kleid, das Charlotte de Bon trägt, als Niki zum zweiten Mal schwanger ist, ist eine bunte Hommage an ihre Nanas. Wir haben versucht, unsere eigene Hommage an Niki zu machen.“

Also ein mutiger und jedenfalls sehr besonderer Film, der zum besonderen Konzept des FaTZ und zum Living Museum Neckargemünd mit seiner revolutionären Sprengkraft hervorragend passt. Uns ist es deshalb sehr leicht gefallen, zu entscheiden, diesen interessanten Film zu präsentieren. Aber entscheiden Sie selbst!

 

DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER

Klassiker-Filmreihe BEST OF CINEMA am Dienstag, 04.11.25

USA 1991 | Regie: Jonathan Demme | 118 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Jodie Foster, Anthony Hopkins, Scott Glenn, Ted Levine, Anthony Heald

Vergeblich versucht das FBI, einem als „Buffalo Bill“ bekannten Serienmörder auf die Spur zu kommen, der seine weiblichen Opfer entführt, ermordet und anschließend Teile ihrer Haut entfernt. Um ein psychologisches Profil des Killers erstellen zu können, besucht die junge FBI-Anwärterin Clarice Starling (Jodie Foster) den inhaftierten Psychiater Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins), einen kannibalistisch veranlagten Mörder, im Hochsicherheitstrakt. Doch bei den gemeinsamen Gesprächen verfolgt der hochintelligente Arzt eigene Interessen: Für jede Information fordert er im Gegenzug intime Einblicke in die Vergangenheit der Agentin, die sich immer tiefer in seinem perfiden Netz aus Manipulation, Macht und psychologischen Spielchen verfängt. Während Clarice kostbare Zeit verliert, hat Buffalo Bill bereits sein nächstes Opfer im Visier ...

Jonathan Demmes vielfach preisgekrönter Psychothriller nach dem gleichnamigen Bestsellerroman von Thomas Harris ist längst zum unumgänglichen Klassiker geworden, der in kaum einer Auflistung der besten Filme aller Zeiten fehlt. Jodie Foster und Anthony Hopkins liefern sich in den Hauptrollen ein nervenzerreißendes Duell und wurden beide für ihre überragende Leistung mit dem Oscar® ausgezeichnet. DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER gewann bei der Verleihung der Academy Awards® 1992 insgesamt fünfmal und war erst der dritte Film, der das Rennen um den Oscar® in den fünf wichtigsten Kategorien – Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Bester Hauptdarsteller, Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch – für sich entscheiden konnte

 

FREERIDE FILM FESTIVAL 2025

Sondervorstellung am Dienstag, 25.11.25, 20:00 Uhr, KAMERA

Das Freeride Filmfestival 2025 zeigt sechs außergewöhnliche Filme, die das Spiel mit dem Limit ins Zentrum stellen – in den Bergen, in der Natur und im Leben selbst. Zwischen Arthouse-Poesie, dokumentarischer Authentizität und Big-Mountain-Action eröffnet das Festival neue Perspektiven auf das Leben in den Bergen.

Die Filme im Kurzüberblick 

Between Days
Neun Snowboarder:innen, vier Nationen, ein Sturm in den japanischen Alpen. Hüfttiefer Powder, Philosophie und stille Verbundenheit verbinden sich zu einem Schwarz-Weiß-Epos auf 16mm, produziert von Robyn van Gyn und Shin Campus – und gesegnet mit dem wohl unglaublichsten Tiefschnee, den man sich vorstellen kann.

Fathom
Ein Flüstern im Weiß. Eine Abrechnung in Stille. Wo der Berg spricht – und du zuhörst. Die Weger Brothers teilen mit Fathom eine intime Reflexion über Angst, Vergebung und die leisen Antworten des Lebens.

Into Altai
Drei Abenteurer, fünf heilige Gipfel, zwei Wochen in einer Jurte. Regisseur Yannick Boissenot begleitet Camille Armand, Pierre Hourticq und Victor Daviet ins mongolische Altai-Gebirge. Ein visuelles Zeugnis von Landschaft, Legenden und der Suche nach dem, was uns in den Bergen wirklich bewegt.

Flipbook
In seinem ersten persönlichen Projekt zeigt Parkin Costain, warum er zu den außergewöhnlichsten Athleten seiner Generation zählt. Als Produzent, Regisseur und Cutter inszeniert er epische Bedingungen in seiner Heimat, unterstützt vom Team von Teton Gravity Research – und definiert damit das Skifahren neu.

Evanescent
Ein Skifahrer auf schmelzendem Eis – gefangen zwischen Bewegung und Vergänglichkeit. Der Gletscher wird zur Bühne eines visuell-poetischen Zerfalls, der die Klimakrise in schimmernden Splittern spürbar macht. Ein Kunstfilm, der aufrüttelt und neue Wege im Skifilm-Genre beschreitet.

Dear Superhero
Die Freeride-Ikone Janina Kuzma wird Mutter – und begibt sich gemeinsam mit Leanne Pelosi und Evelina Nilsson tief in die Südalpen Neuseelands. Regisseurin Corinna Marie Halloran zeichnet ein berührendes Porträt über Mutterschaft im Profisport – eine Geschichte, die erzählt werden muss.

 

PERFECT DAYS

Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 26.11.25, 20:00 Uhr

Eine Feier der einfachen Dinge und der Posie der alltäglichen Rituale

vorgestellt von S. von Falkenhausen-Leube

JP 2023 | Regie: Wim Wenders | 125 Min. | FSK 0
Darsteller*innen: Kōji Yakusho

Hirayama reinigt öffentliche Toiletten in Tokio. Er scheint mit seinem einfachen, zurückgezogenen Leben vollauf zufrieden zu sein und widmet sich abseits seines äußerst strukturierten Alltags seiner Leidenschaft für Musik, die er von Audiokassetten hört, und für Literatur, die er allabendlich in gebrauchten Taschenbüchern liest. Durch eine Reihe unerwarteter Begegnungen kommt nach und nach eine Vergangenheit ans Licht, die er längst hinter sich gelassen hat. PERFECT DAYS ist eine tief berührende und poetische Betrachtung über die Schönheit der alltäglichen Welt und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen.

 

KNEECAP

Filmreihe ESCAPE - Wege in den Rausch, Wege hinaus am Montag, 08.12., 19:00 Uhr, Gloriette

in Kooperation mit Univital, Universitäres Gesundheitsmanagement, und der kommunalen Suchtbeauftragten der Stadt Heidelberg, Eva Leichman

Sonderpreis € 5,00 für Studierende und Beschäftigte der Universität Heidelberg

IRL/GB 2024 Regie:  Rich Peppiatt  | 105 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Naoise Ó Cairealláin, Liam Óg Ó Hannaidh, JJ Ó Dochartaigh, Josie Walker, Simone Kirby, Michael Fassbender

Als Liam Ógs Partynacht in einem Verhörraum der Polizei endet, hilft Irisch-Lehrer JJ, der für die englisch-sprechende Polizistin dolmetschen soll, ihm nicht nur dabei, das LSD aus seinem Notizbuch zu verstecken. Die darin enthaltenen Texte von Liam Óg und seinem Kumpel Naoise über Drogen, Sex und den Widerstand gegen das britische Establishment werden mit ein paar Beats aus JJs Garage zu einer ungeplanten Welle, die ganz Belfast überrollt. Doch Polizei, Politik und Paramilitär haben alle ihre eigenen Gründe, den Erfolg der Band im Keim ersticken zu wollen. Zwischen Radioboykotten und Brandanschlägen geraten die drei chaotischen Jungs ins Kreuzfeuer und werden unverhofft zum politischen und rebellischen Symbol einer ganzen Generation.

 

THE OUTRUN

Filmreihe ESCAPE - Wege in den Rausch, Wege hinaus am Montag, 19.01., 19:00 Uhr, Gloriette

in Kooperation mit Univital, Universitäres Gesundheitsmanagement, und der kommunalen Suchtbeauftragten der Stadt Heidelberg, Eva Leichman

Sonderpreis € 5,00 für Studierende und Beschäftigte der Universität Heidelberg

GB 2023 Regie: Nora Fingscheidt | 118 Min. | FSK 12
Darsteller*innen:
Saoirse Ronan, Stephen Dillane, Paapa Essiedu

Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrt Rona (Saoirse Ronan) in ihre Heimat auf den entlegenen Orkney-Inseln zurück. Während sie die einzigartige Landschaft, in der sie aufgewachsen ist, wiederentdeckt, vermischen sich ihre Kindheitserinnerungen mit der letzten, von Sucht geprägten Zeit. Ihr damaliger Aufbruch in die Stadt und die folgenden ausschweifenden Jahre in London endeten in einem schmerzhaften Absturz. Doch nach und nach wird die Begegnung mit der rauen Natur der Inseln zu einer Chance auf ein neues Leben.