kommende Sondervorstellungen
THE KIDS ARE ALRIGHT
Kurzfilmreihe Shorts Attack! am Sonntag, 25.10., Gloriette
10 Kurzfilme & Heidelberg-Gewinnerfilm des Vormonats
Junge Menschen in Aktion: In Sachen Liebe fliegen die Fetzen, die Erwachsenen werden kritisiert, an der Tanke gibt es Stress, mit Papa geht es zum Motocross und nicht immer sitzt die Frisur. Mit oder ohne Waffe, auch ohne Belehrung geht die Ahnung durch den Magen: Junge Menschen könnten, ja sollten eine eigene Gesellschaft gründen.
Am Ende gibt es ein Online-Voting. Zudem stimmen wir per "Applaus-O-Meter" für den Heidelberger Lieblings-Kurzfilm des Monats. Den Monatssieger zeigen wir jeweils im folgenden Monat bei den Shorts Attack! als Eröffnungsfilm.
BLOCK 10
Sondervorstellung am Montag, 26.10., 19:00 Uhr, GLORIA
Anschließend Filmgespräch mit
Marcus O. Rosenmüller
Regisseur BLOCK 10
Rabb. Prof. Dr. Birgit E. Klein
Lehrstuhl Geschichte des jüdischen Volkes /
Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

Prof. Dr. phil. Karen Nolte
Institutsleitung Institut für Geschichte und Ethik
der Medizin, Universitätsklinikum Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg


D 2026 | Regie: Marcus O. Rosenmüller | 103 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Axel Prahl, Christian Berkel, Bibiana Beglau, uvm.
Im Konzentrationslager Auschwitz wird Anfang 1943 ein Bereich geschaffen, der innerhalb des Stammlagers eine besondere Stellung einnimmt: Block 10. Hinter seinen Mauern sperrt die SS hunderte jüdische Frauen ein. Sie werden zu Objekten medizinischer Experimente, systematisch misshandelt, verstümmelt und ihrer Zukunft beraubt.
Hier treffen unterschiedliche Schicksale aufeinander: Frauen, die ums Überleben kämpfen, ihre Würde behaupten und einander Halt geben. Ärzte, die im Namen der Ideologie foltern und töten. Und Häftlinge, die gezwungen werden, zwischen Anpassung und Widerstand zu wählen.
Unter ihnen der jüdische Gynäkologe Dr. Maximilian Samuel. Als Häftlingsarzt muss er bei den Eingriffen assistieren. Die SS zwingt ihn zur Mitarbeit, andernfalls droht der Tod seiner Tochter. Sein persönliches Dilemma spiegelt die moralische Grauzone wider, in der sich viele Gefangene bewegen: zwischen Zwang, Schuld und dem verzweifelten Versuch, Leben zu retten.
BLOCK 10 erzählt von einem abgeschlossenen Mikrokosmos des Grauens, und von den Menschen, die darin gefangen sind. Aus der Perspektive der Frauen entsteht ein vielstimmiges Bild von Gewalt, Überleben und der Frage, was Menschlichkeit unter unmenschlichen Bedingungen bedeuten kann.
TEENAGE SEX AND DEATH AT CAMP MIASMA
Start der neuen Reihe OPEN DYKES MOVIE NIGHTS am Dienstag, 27.10., 20:45 Uhr, GLORIA
mit Begrüßungsgetränk
Queerness und Kino waren schon immer eng verbunden und die kreativen Ausdrücke von queeren Filmmachenden durch die Zeiten hinweg wollen gesehen, gefeiert und diskutiert werden.
Lesbische Filmschaffende begegnen dabei besonderen Herausforderungen im patriarchalen System. In Zusammenarbeit mit dem Open Dykes-Festival wollen wir einen Austausch fördern und FLINTA Personen im Filmgeschäft mehr Sichtbarkeit verschaffen.
Die Open Dykes Movie Nights laden euch deshalb ein mit uns die dunklen Nächte der Herbst- und Wintermonate mit lesbischem Kino zu versüßen.
USA 2026 | Regie: Jane Schoenbrun | 112 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, u.v.a.
Nach Jahren liebloser Fortsetzungen und schwindender Fanbasis wird das Slasher-Franchise Camp Miasma einer ambitionierten jungen Regisseurin zur Wiederbelebung überlassen. Als sie den einstigen Star der Originalfilme besucht, eine mittlerweile zurückgezogen lebende Schauspielerin, die von Geheimnissen umgeben ist, geraten die beiden Frauen in eine blutgetränkte Welt voller Begehren, Angst und Wahnvorstellungen.
FATHER MOTHER SISTER BROTHER
Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 28.10.26, 20:00 Uhr
Ein tragikomisches Familientriptychon nach Jarmusch-Art.
vorgestellt von M. Hörster
USA/IRL/F 2025 | Regie: Jim Jarmusch | 110 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene, Indya Moore, Luka Sabbat, Françoise Lebrun
Die drei Geschichten des behutsam als Triptychon komponierten Spielfilms kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie.
Regie-Ikone Jim Jarmusch lässt den hochkarätigen Cast um Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Indya Moore und Luka Sabbat die Untiefen familiärer Beziehungen ausloten. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspiele von Venedig.
BLOOD & SINNERS
Halloween-Special im GLORIA-Kino am Samstag, 31.10., engl. OmU
in Kooperation mit dem Anglistischen Seminar - Universität Heidelberg - unterstützt durch das SFB-Teilprojekt C05 des SFB Heimat(en) der Universität Heidelberg
21:00 Uhr: Veranstaltungsbeginn mit Begrüßungsgetränk und Filmeinführung
21:15 Uhr: Filmbeginn
USA 2025| Regie: Ryan Coogler | 131 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Michal B. Jordan, Miles Caton, Wunmi Mosaku, Jack O’Connell, Saul Williams
Der Film erzielte mit 16 Nominierungen für die Oscarverleihung 2026 eine Rekordzahl und gewann die Auszeichnungen in den Kategorien Hauptdarsteller, Originaldrehbuch, Kamera und Filmmusik.
Beim Versuch, ihr von Problemen geplagtes Leben hinter sich zu lassen, kehren Zwillingsbrüder (Jordan) in ihre Heimatstadt zurück, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass bei ihrer Rückkehr ein noch größeres Übel auf sie wartet.
„Wenn du ständig mit dem Teufel tanzt, dann folgt er dir eines Tages nach Hause.“
Kunstfilmreihe Exhibition on Screen:
JAMES McNEILL WHISTLER
Sondervorstellungen im Oktober und November in der Kamera, jeweils Sonntagsmatinée
kommende Termine:
Sonntag, 18.10. | Sonntag, 01.11.
In einer Ära des tiefgreifenden Wandels und großer Schönheit trat die Persönlichkeit von James McNeill Whistler in Erscheinung. Von einigen als einer der großen Erneuerer der Kunst des 19. Jahrhunderts angesehen, war er ein Zeitgenosse der Impressionisten und wurde von Künstlern wie Van Gogh und Manet hoch geschätzt. Als kühner Experimentator und für seinen scharfen Witz bekannter Geist brach Whistler mit den strengen Konventionen der viktorianischen Gesellschaft, um einem neuen Schönheitsideal zu folgen; er schuf „Kunst um der Kunst willen“ und sicherte sich so einen Platz in der Geschichte der großen Kunst. Er erkannte Parallelen zwischen Malerei und Musik und bezeichnete viele seiner Werke als „Arrangements“, „Harmonien“ oder „Nocturnes“, womit er die Bedeutung tonaler Harmonie in seinem Schaffen unterstrich. Sein berühmtestes Gemälde, *Arrangement in Grau und Schwarz Nr. 1* (1871) – gemeinhin bekannt als *Whistlers Mutter* –, ist ein verehrtes und oft parodiertes Porträt der Mutterschaft. Es zählt zweifellos zu den berühmtesten Gemälden der Kunstgeschichte, und dieser Film enthüllt den Menschen hinter dem Werk.
Die Tate Britain präsentiert derzeit die erste große Whistler-Retrospektive seit drei Jahrzehnten. Diese spektakuläre Ausstellung verspricht, das Bewusstsein für Whistlers kunsthistorische Bedeutung neu zu wecken, indem sie weltberühmte Meisterwerke mit selten gezeigten Arbeiten vereint. „Exhibition on Screen“ bringt diese großartigen Werke und die faszinierende Geschichte dahinter noch während der Laufzeit der Ausstellung in die Kinos weltweit und macht diesen wahrhaft globalen Künstler einem internationalen Publikum zugänglich. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, diesen visuell beeindruckenden Künstler und seinen Einfluss auf nachfolgende Generationen kennenzulernen.
MATERIA PRIMA - New Energy. Old Powers?
Sondervorstellung am Montag, 02.11., 20:00 Uhr, Gloria
in Kooperation mit Amnesty International Hochschulgruppe Heidelberg
Filmgespräch mit Regisseur Jens Schanze
D 2026 | Regie: Jens Schanze | 90 Min. | FSK 0
Dokumentarfilm
Lithium ist unverzichtbar für die Energiewende. An keinem Ort der Welt gibt es mehr davon als im Hochland Boliviens. Ohne Lithium funktioniert kein Stromspeicher, kein Rechenzentrum, kein Elektroauto und kein Smartphone. Die Europäer wollen den Rohstoff, um ihre Automobilindustrie zu retten. Die Bolivianer wollen ihn, um die Armut zu bekämpfen.
Der Film gewährt einen seltenen Einblick in die Verhandlungen zwischen Industrievertretern und Regierungen, während die lokale Bevölkerung endlich 500 Jahre koloniale Ausbeutung hinter sich lassen will.
Die Chronik eines indigenen Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert verändert den Blick auf die Gegenwart und wirft die Frage auf: Sind wir bereit zur Dekolonialisierung?
ROCKY
Klassiker-Filmreihe BEST OF CINEMA am Dienstag, 03.11., GLORIA
USA 1976 | Regie: John G. Avildsen | 120 Min. | FSK 12
Darsteller: Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young, Carl Weathers, Burgess Meredith
Der italo-amerikanische Amateurboxer Rocky Balboa lebt im Armenviertel von Philadelphia, wo er sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser hält. Als er überraschend das Angebot erhält, in einem PR-wirksamen Titelkampf gegen den amtierenden Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed anzutreten, wittert Rocky die Chance seines Lebens. Mit eiserner Disziplin und unerschütterlichem Willen macht er sich ans Training, um sich selbst und der Welt zu zeigen, was in ihm steckt.
Mit ROCKY gelang Autor und Hauptdarsteller Sylvester Stallone der Durchbruch in Hollywood. Die mit geringem Budget realisierte Underdog-Geschichte wurde in den USA zum erfolgreichsten Film des Jahres 1976 und gewann im darauffolgenden Jahr insgesamt drei Oscars® (Bester Film, Beste Regie und Bester Schnitt). Rocky Balboa gilt bis heute als eine der einflussreichsten Figuren der Filmgeschichte.
STROMBOLI - Terra di Dio (1950)
Vortrags- und Filmreihe Heimatfilm transnational am Mittwoch, 04.11., 18:00 Uhr (ital. OmU), Gloria
in Kooperation mit dem Institut für Europäische Kunstgeschichte und dem Romanischen Seminar der Universität Heidelberg
mit Beate Ochsner (Medienwissenschaft, Universität Konstanz):
Ökologien der Unbehaustheit. Flucht, Zugehörigkeit und gescheiterte Beheimatung in Stromboli – Terra di Dio
I 1950 | Regie: Roberto Rossellini
Roberto Rossellinis Stromboli – Terra di Dio (1950) verbindet neorealistische Verfahren mit einem modernen Kino subjektiver Wahrnehmung: Die als Hollywoodstar etablierte Ingrid Bergman trifft auf eine dokumentarisch anmutende Inselwelt, die soziale Realität und existenzielle Krise miteinander verschränkt. Im Zentrum steht Karin, eine Displaced Person, die durch die Heirat mit dem Fischer Antonio dem Flüchtlingslager entkommen will,
auf Stromboli jedoch keine neue Heimat findet. Der Vortrag begreift den Film als „Ökologie der Unbehaustheit“, in der Zugehörigkeit von fragilen räumlichen, sozialen, materiellen und affektiven Beziehungen abhängt. Die Insel erscheint dabei nicht als Kulisse, sondern als widerständige Umwelt, an der die Vorstellung scheitert, Heimat lasse sich durch Heirat, Sesshaftigkeit und bloße Anwesenheit herstellen.
MILES DAVIS - Birth of the Cool
Sondervorstellung im Rahmenprogramm von Enjoy Jazz am Samstag, 07.11., 15:45 Uhr, KAMERA
Slideshow/presentation on “Birth of the Cool” and a brief Zoom interview with film director Stanley Nelson
USA 2019 | Regie: Stanley Nelson | 119 Min.
Dokumentarfilm
Trompeter, Bandleader, Innovator. Elegant, intellektuell, genial und immer wieder auch kontrovers. Ein Mann, der für einen Sound steht, so wundervoll, dass er einem das Herz brechen kann. MILES DAVIS – BIRTH OF THE COOL erzählt von Leben und Karriere eines musikalischen Ausnahmetalents und einer kulturellen Ikone. Ein wahrer Visionär, der in kein Schema passt und dabei eines absolut verkörperte: Coolness. Regisseur Stanley Nelson („The Black Panthers: Vanguard of the Revolution“, Emmy®-Award-Gewinner für „Freedom Riders“), einer der führenden Chronisten afro-amerikanischer Geschichte, schuf mit MILES DAVIS – BIRTH OF THE COOL eine Dokumentation, die den Zuschauer hautnah am Sound und an der Persönlichkeit eines der einflussreichsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts teilhaben lässt – dank bisher unveröffentlichter Archivaufnahmen, Studio Outtakes und seltenen Fotomaterials. Interviews mit Musikern wie u.a. Wayne Shorter, Quincy Jones, Juliette Gréco, Carlos Santana, Marcus Miller und Herbie Hancock geben weitere spannende Einblicke in das Leben und Wirken von Miles Davis.
BARBARA BUSER - Pionierin der Nachhaltigkeit
Sondervorstellung am So, 08.11., Live-Zoom-Gespräch mit Barbara Buser – Moderation: Freya Magnet (Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Heidelberg)
CH 2026 | Regie: Gabriele Schärer | 118 Min. | FSK 0
Dokumentarfilm
Die preisgekrönte Basler Architektin Barbara Buser rettet Gebäude vor dem Abriss und baut diese mit wiederverwendetem Material um. Sie verwandelt ehemalige Industrieareale zu urbanen Lebensräumen, die für einen sorgfältigen Umgang mit unserer Umwelt und dem Miteinander stehen. Als Frau, die in einer Männerdomäne erfolgreich ihren eigenen Weg geht, ist Barbara Buser Vorbild für die junge Generation, die für eine nachhaltigere, gerechtere Welt kämpft. Ausgezeichnet mit allen wichtigen Architekturpreisen, ist die Visionärin gefragt bei allen Forschungszentren der Universitäten und Technischen Hochschulen in der Schweiz und weltweit.
Ein Dokumentarfilm, der Erstaunliches vermittelt, inspiriert und zum Nachdenken anregt – all das mit viel Schwung, Humor und Leichtigkeit.
UNBROKEN – The Song of Survivors: Ein Anime-Musical
Sondervorstellung am Dienstag, 10.11, 19:00 Uhr, GLORIA
im Rahmenprogramm der DFG-Fachtagung »Selbstartikulation und Europäische Verfolgungsgeschichte«, die vom 9. bis 11. November an der Universität Heidelberg stattfindet
(Eintritt frei)
»Unbroken« ist ein außergewöhnliches Filmprojekt, das bislang ungehörten Geschichten eine Stimme gibt und ein neues Verständnis von Erinnerungskultur vermittelt. Im Mittelpunkt des Anime-Musicals stehen fünf Menschen, deren Leben von Verfolgung geprägt und von Menschlichkeit getragen wurde: Otto Rosenberg, Walter Winter, Else Baker, Alfreda »Noncia« Markowska und Johann »Rukeli« Trollmann. Ihre Biografien führen von den Anfängen des Nationalsozialismus über den Holocaust an den Sinti und Roma bis in die Nachkriegsjahre, in denen Ausgrenzung fortwirkte und Anerkennung ausblieb. Das Besondere daran ist, dass Angehörige der Minderheit verschiedener Generationen von der Konzeption bis zur Verbreitung der Inhalte aktiv einbezogen wurden.
Das Filmprojekt »Unbroken – The Song of Survivors« der Organisation RomAnity e. V. wurde aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS -Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.
2. Kinderfilmfestival Heidelberg – Kleine Geschichten, ganz großes Kino!
am Sonntag, 15.11., 11:00 Uhr, Gloria
Das Kinderfilmfestival geht in die zweite Runde! Junge Filmemacher*innen im Alter von 8-17 Jahren bringen ihre selbst gestalteten Stop-Motion-Filme auf die große Leinwand. Ein Vormittag voller Fantasie, Witz und Emotionen.
Entstanden sind die Filme in Workshops von Tabea von Grünewaldt (TIRI Entertainment) und Uliana Tymoshenko (Lianka). Unterstützt wurden die Workshops von der Notebookgalerie mit der technischen Ausstattung; weitere Partner sind das Gloria Kino, Volkshochschule Heidelberg, DAI, Haus der Jugend, Sanner Forum, Heidellibelle, WIFT Germany und die Stadt Heidelberg.
Auch in seiner zweiten Ausgabe lädt das Festival dazu ein, die Welt durch Kinderaugen zu sehen und zu entdecken, was die jungen Filmschaffenden bewegt, wovon sie träumen und wie viel Herz in ihren Geschichten steckt.
Im Anschluss lädt ein kleiner Saftempfang zum gemeinsamen Austausch ein.
Eintritt: 5 Euro
ASHES IN THE SNOW
Sondervorstellung am So, 15.11., 11:00 Uhr, engl. OmU, GLORIETTE
Einführung von Vytenė Muschick vor Beginn der Filmvorführung. Vytenė Muschick hat die Erinnerungen der litauischen Schriftstellerin und Zeitzeugin Dalia Grinkevičiūtė über die sowjetischen Massendeportationen von 1941 ins Deutsche übersetzt. Das Buch ist unter dem Titel „Aber der Himmel – grandios“ im Verlag Matthes & Seitz Berlin erschienen.
(Eintritt frei)
LT 2018 | Regie: Marius A. Markevicius | 98 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Bel Powley, Lisa Loven Kongsli, Martin Wallström, Jonah Hauer-King, Peter Franzén
„Ashes in the Snow“ erzählt die Geschichte der 16-jährigen Lina, die 1941 gemeinsam mit ihrer Familie nach Sibirien deportiert wird. Vor dem Hintergrund der sowjetischen Deportationen aus Litauen erzählt der Film von Überleben, Hoffnung und einem prägenden Kapitel der europäischen Geschichte.
Im Gedenken an den 85. Jahrestag des Beginns der sowjetischen Massendeportationen aus Litauen wird der Film in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat der Republik Litauen in München bei freiem Eintritt gezeigt.
CAMOUFLAGE
Sondervorstellung am Mo, 16.11., 19:30 Uhr, GLORIETTE
Filmgespräch mit Regisseur Mykyta Gibalenko
D 2026 | Regie: Mykyta Gibalenko | 102 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Arthur Aliiev, Yelyzaveta Tsilyk, Klara Lange, Hanna Yaremchuk-Bobalo, Alina Danko, Andrii Kudin
Als Vitaly (22) seine Mutter und Schwester in der Ukraine zurücklässt, träumt er von einem neuen Leben als Student in München. Am 24.02.2022 platzt dieser Traum. Innerhalb von einer Nacht stehen plötzlich zwei harte Realitäten vor seiner Tür: die politische Weltlage und die eigene Familie.
FREERIDE FILM FESTIVAL 2026
Die neue Tour zu Gast bei uns in der KAMERA
am Dienstag, 17.11. & Dienstag, 08.12., jeweils 20:00 Uhr
mehr Infos zu den Filmen gibt es auf freeride-filmfestival.com
Das Freeride Filmfestival (FFF) geht 2026 in eine neue Runde (Nr. 17) und zeigt sechs Filme, die von den Extremen des Lebens in den Bergen erzählen. Von existenziellen Momenten unter Schnee und Wind bis zu leisen Geschichten über Freundschaft, Herkunft und das, was am Ende bleibt. Zwischen einer Lawine an der norwegischen Küste und einer Segeltour durch isländische Fjorde, zwischen japanischer Trommelkunst in der kanadischen Wildnis und einem Snowboarder, der sein Leben neu erzählt, zwischen einer Schweizer Snowboarderin, die ihre Verbindung zur gefrorenen Welt bis hinunter zum Meeresspiegel sucht, erzählen die Filme 2026 vor allem von einem: dem Moment, in dem man aufhört, die Natur kontrollieren zu wollen, und beginnt, sich mit ihr zu bewegen. Was die sechs Filme verbindet, ist dieses Loslassen von Kontrolle, ob im Inneren einer Lawine, an Bord eines Segelboots im Wind oder in einem Fjorddorf im Wettlauf mit der Zeit. Und fast immer ist diese Hingabe nicht einsam, sondern getragen von Freundschaft, Partnerschaft oder Gemeinschaft.
Dabei spannt das FFF erneut den Bogen zwischen visuell-poetischen Arthouse Produktionen, dokumentarischer Authentizität und klassischer Big-Mountain-Action - stets mit dem Anspruch, neue Perspektiven auf das Leben in den Bergen zu eröffnen.
LEICA - Ein Jahrhundert in Bildern
Sondervorstellung am Fr, 20.11., 20:00 Uhr in Kooperation mit Leica Store Heidelberg | Filmgespräch mit Regisseur Reiner Holzemer
D 2026 | Regie: Reiner Holzemer | 92 Min | FSK 12
Dokumentarfilm
Vor gut 100 Jahren erfindet LEICA die Kleinbildkamera und verändert damit die Geschichte der Fotografie für immer. Fotografen können nun ihre Kamera mitnehmen und das Geschehen um sie herum dokumentieren. Die Geburtsstunde der Street Photography, Reportage und des Fotojournalismus.
Der Dokumentarfilm beleuchtet diesen Wandel der globalen visuellen Kultur und lädt ein, 100 Jahre Dokumentarfotografie zu erkunden – mit Werken renommierter Fotografen wie Henri Cartier-Bresson, Sebastião Salgado, Steve McCurry, Jane Evelyn Atwood, Ralph Gibson und Alex Webb sowie zeitgenössischer Künstler wie JR, Greg Williams und Ragnar Axelsson und Hunderten von Bildern ihrer bahnbrechenden Arbeiten.
EUROPÄISCHER KINOTAG 2026
Am 22. November 2026 feiern wir in Gloria & Gloriette und der Kamera gemeinsam mit über 700 Kinos weltweit den 11. Europäischen Kinotag.
Programmkinos sind zentrale demokratische Orte, an denen Dialog und Gemeinschaft gedeihen und zu einer gesunden Gesellschaft beitragen. Wir stehen für Vielfalt, Austausch und Zusammenarbeit über Grenzen und Kulturen hinweg.
Diese gemeinsame Aktion will die Vielfalt des europäischen Films zeigen und das Publikum begeistern.
Seit dem ersten European Arthouse Cinema Day im Jahr 2016 sind wir dabei. Und auch 2026 kann sich unser Publikum auf ein großartiges Programm mit großen europäischen Arthouseproduktionen, kleinen aber feinen Filmperlen und starken Dokumentationen freuen.
FASSADEN
Sondervorstellung am So, 22.11., 11:00 Uhr, GLORIA
zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen in Kooperation mit Mosaik Deutschland e.V., Prävention Rhein-Neckar e.V., Weißer Ring e.V., Zentrum für Gewaltprävention und Intervention Heidelberg
Filmvorführung + Podiumsdiskussion
D 2026 | Regie: Alina Cyranek | 87 Min | FSK 12
Dokumentarfilm | gelesen von Sandra Hüller
Häusliche Gewalt gegen Frauen: Die Zahlen sind eindeutig, das Leid kaum auszuhalten; und dennoch bleibt die Gewalt und vor allem die davon Betroffenen oft unsichtbar.
Was Frauen in toxischen Beziehungen erleben, welche Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hat und wie sie einen Ausweg und Hilfe finden, dies macht Alina Cyranek in ihrem Dokumentarfilm FASSADEN sichtbar.
In FASSADEN erzählt Sandra Hüller die Geschichte einer Frau, die aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung ausbricht, sowie von einem politischen und gesellschaftlichen System, das lieber wegschaut. Der Film zeigt, welche Machtstrukturen hinter den Fassaden stecken und wie der Staat Frauen unzulänglich schützt.
Die Erzählung wurde aus vier realen Erfahrungsberichten zu einer Geschichte verdichtet, um die Anonymität der Frauen zu wahren. Alle Ereignisse haben sich tatsächlich so zugetragen, nichts ist erfunden. Ein Tanzpaar erschafft in einer Blackbox Bilder einer Beziehung, hochästhetisch, physisch, poetisch und lässt somit Raum für Vielschichtigkeit und Komplexität solch einer Beziehung. Die Manipulation der Frau wird mittels Animation zunehmend sichtbar gemacht, indem einzelne Frames auf Papier ausgedruckt, bearbeitet und wieder in den Realfilm eingefügt werden. Den klassisch dokumentarischen Rahmen bilden Experteninterviews, die klar und sachlich die Machtverhältnisse und Beziehungsstrukturen einordnen.
FASSADEN ist kein einfach konsumierbarer Film, sondern eine Herausforderung für die Zuschauenden. Häusliche Gewalt und die damit verbundenen Statistiken sind brutal, erschütternd, physisch. FASSADEN spiegelt all das in seiner Form wider, ist radikal und eigensinnig.
THE MISANTHROPE
Sondervorstellungen in unserer Reihe GANZ GROSSES THEATER
Sonntag, 22.11., 11:00 Uhr | Montag, 23.11., 20:00 Uhr - KAMERA
Die preisgekrönte Sandra Oh („Killing Eve“) spielt die Titelrolle in dieser messerscharfen Neuinterpretation von Molières klassischer schwarzer Komödie.
Die Wahrheit zu sagen ist nicht immer einfach. Die brillante Romanautorin Alice verachtet die sorgfältig konstruierten Lügen der modernen Gesellschaft. Doch je mehr sie ihr Umfeld herausfordert, desto heftiger wird die Gegenreaktion. Bald muss sie sich dem Preis stellen, den sie dafür zahlen muss, ihre Wahrheit in einer Welt auszusprechen, die sie lieber zum Schweigen bringen würde.
Live auf der Bühne des National Theatre gefilmt, führt Indhu Rubasingham die Regie bei Martin Crimps („Cyrano de Bergerac“) mit Spannung erwartetem Theaterstück.
22 BAHNEN
Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 25.11.26, 20:00 Uhr
22 Bahnen Auszeit vom Familienchaos. Hartes Sozialdrama als sommerliche Coming-of-Age-Geschichte.
vorgestellt von S. von Falkenhausen
D 2025 | Regie: Mia Maariel Meyer | 103 Min. | FSK tba
Darsteller*innen: Luna Wedler, Zoë Baier, Laura Tonke, Jannis Niewöhner
basierend auf dem Bestseller-Roman von Caroline Wahl
Tildas (Luna Wedler) Tage sind streng durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, schwimmen, sich um ihre kleine Schwester Ida (Zoë Baier) kümmern – und an schlechten Tagen auch um ihre Mutter (Laura Tonke). Zu dritt wohnen sie im traurigsten Haus der Fröhlichstraße in einer Kleinstadt, die Tilda hasst. Ihre Freunde sind längst weg, leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist geblieben. Denn irgendjemand muss für Ida da sein, Geld verdienen, die Verantwortung tragen. Nennenswerte Väter gibt es keine, die Mutter ist alkoholabhängig. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor (Jannis Niewöhner) taucht auf, der große Bruder von Ivan, den Tilda fünf Jahre zuvor verloren hat. Viktor, der – genau wie sie – immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle…
DEM GLÜCK GANZ NAH
Shorts Attack! am Sonntag, 29.11., Gloria
8 Kurzfilme & Heidelberg-Gewinnerfilm des Vormonats
Zwischen Pubertät und hohem Alter gibt es unterschiedliche Glücksparameter. Sich Kennenlernen, sich Auseinanderleben ist voller Emotionen, Familie verpflichtet, die Arbeit knebelt, und bisweilen kommt es zum großen Drang nach Befreiung.
Am Ende gibt es ein Online-Voting. Zudem stimmen wir per "Applaus-O-Meter" für den Heidelberger Lieblings-Kurzfilm des Monats. Den Monatssieger zeigen wir jeweils im folgenden Monat bei den Shorts Attack! als Eröffnungsfilm.
BEARCAVE
Sondervorstellung: OPEN DYKES MOVIE NIGHTS am Montag, 30.11., 20:45 Uhr, OmU, GLORIETTE
mit Begrüßungsgetränk
GR/GB 2026 | Regie: Krysianna B. Papadakis & Stergios Dinopoulos | 121 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Hara Kyriazi Pamela Oikonomaki
Die besten Freundinnen Argyro und Anneta sind unterschiedlich, aber unzertrennlich. Während Argyro als Bäuerin arbeitet, ist Anneta das It-Girl ihres kleinen griechischen Bergdorfs. Ihr liegen alle Männer zu Füßen – wie insgeheim auch Argyro. Doch dann wird Anneta schwanger von ihrem Freund, einem Polizisten aus der nächstgrößeren Stadt. Bevor das Leben die Freundinnen trennt, fordert Argyro Anneta heraus: Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise, die ihr Leben verändern wird, auf der Suche nach der mythischen Bärenhöhle.
LIEBE BRAUCHT KEINE FERIEN
Klassiker-Filmreihe BEST OF CINEMA am Dienstag, 01.12., GLORIA
USA 2006 | Regie: Nancy Meyers | 130 Min.
Darsteller: Cameron Diaz, Kate Winslet, Jude Law, Jack Black
Iris (Kate Winslet) und Amanda (Cameron Diaz) sind grundverschieden - die eine lebt in einem verträumten englischen Dorf, die andere bewohnt ein protziges Hollywood-Anwesen. Dennoch haben sie eine Gemeinsamkeit: Pech in der Liebe. Bei ihrer verzweifelten Suche nach einem Ausweg kreuzen sich ihre Wege im Internet. Spontan beschließen sie die Wohnungen zu tauschen. Doch statt stiller Einsamkeit finden sie eine neue Liebe - und die Erkenntnis, dass mit einer neuen Adresse tatsächlich ein neues Leben beginnen kann... Eine turbulente Beziehungskomödie von Regisseurin Nancy Meyers ("Was das Herz begehrt", "Was Frauen wollen") voller Herz, Humor, Leidenschaft und Starbesetzung.
MOUNTAINS ON STAGE - Winter Edition 2026
Die neue Tour zu Gast bei uns in der KAMERA
am Mittwoch, 02.12., 19:30 Uhr
Tickets gibt es nur auf mountainsonstage-de.com
Mountains on Stage präsentiert seit 2013 zweimal im Jahr eine Auswahl einzigartiger Berg- und Outdoorfilme in 23 Ländern. Jedes Jahr teilen mehr als 200.000 Zuschauer*innen diese Leidenschaft.
In der Winter Edition gibt es drei Filme, drei außergewöhnliche Bergabenteuer. Die Winter Edition 2026 verbindet Humor, persönliche Geschichten und beeindruckende sportliche Leistungen zu einem Kinoabend voller Emotionen.
Die Filme der Winter Edition
FACE TO FACE
Regie: Hugo Clouzeau und David Arnaud | 85 Minuten
Benjamin Védrines ist ein Mann der Superlative und der Rekorde. Vom Steilwandskifahren bis in den Himalaya ist er einer der besten Alpinisten der Welt. Doch hinter dem Bild des Athleten, den manche als Maschine bezeichnen, verbergen sich Zweifel und ein großer Mangel an Selbstvertrauen.
Seit seiner Rückkehr vom K2 im Jahr 2024, wo er den Aufstiegsrekord brach, ohne dabei jedoch die erhoffte Erfüllung zu finden, träumt Benjamin von einem großen Soloprojekt, um sich selbst auf die Probe zu stellen und seinen Ängsten entgegenzutreten. Dieses Projekt wird eine mehrtägige, winterliche Solo-Besteigung der legendären Dru-Westwand im Mont-Blanc-Massiv sein.
Eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Granit, um sich seiner dunklen Seite zu stellen und das Licht zu finden.
BLANDINE
Regie: Aurélien Delfosse | 65 Minuten
Mit 27 Jahren erkennt Blandine L’Hirondel, dass sie über außergewöhnliche körperliche und mentale Fähigkeiten verfügt, die es ihr ermöglichen, an extremen Rennen teilzunehmen und sie zu gewinnen. Von den Europameisterschaften über die Diagonale des Fous auf der Insel La Réunion bis hin zum UTMB nimmt uns Blandine mit auf die legendären Strecken des Ultra-Trails.
Dieses authentische Porträt erzählt von ihren täglichen Herausforderungen: ihren Beruf als Gynäkologin mit den Anforderungen des Spitzensports zu verbinden, Rückschläge zu überwinden und über sich selbst hinauszuwachsen.
Doch was dabei vor allem bleibt, ist die Freude am Laufen! Danke an eine ganz normale Frau, die Außergewöhnliches leistet und uns diese erfrischende Energie schenkt!
KIDS
Regie: Camille Armand | 11 Minuten
Was heißt es, ein Kind zu sein? Camille Armand, Enzo Scotto und Quentin Ladame, drei Freerider und Freunde, machen sich mitten im japanischen Winter auf die Suche nach einer Antwort. Dort verwandeln die enormen Schneemengen die Landschaft in einen grenzenlosen Spielplatz.
Der Film liefert seine ganz eigenen Antworten, mit einer Mischung aus Freestyle-Skiing, Zeichentricksequenzen, kindlichem Unfug, philosophischer Off-Stimme und vielen Lachanfällen!
FEUERTEUFEL (1920)
Termin: 09.12.2026, 18:00 Uhr
mit Live-Piano-Begleitung von Stummfilmpianist Frieder Alexander Egri
Vortrag: Jo-Hannes Bauer - Lokal- und Filmhistoriker, Heidelberg
Der imaginierte „Wilde Westen“ als Ort eines Bruderkonflikts im Werk von Piel Jutzi
D 1920 | Regie: Piel Jutzi | 90 Min.
Der unter dem Sammelbegriff des „Neckarwestern“ bekannte Film Feuerteufel (1919) trägt die Handschrift des Regisseurs Piel Jutzi, der später durch Sozialdramen und durch die Verfilmung des Romans Berlin, Alexanderplatz von Alfred Döblin bekannt wurde. Was hat dieser Film mit der pfälzischen Heimat seines Regisseurs zu tun und was hat es mit den „HemshofIndianern“ auf sich? Piel (eigentlich Philipp) Jutzi verbrachte seine frühen kreativen Jahre im Umfeld des Heidelberger „Glashauses“, des Schlierbacher Filmstudios, das nach dem Ende des Ersten Weltkriegs eine kurze Blüte erlebte. Neben Detektiv-Filmen und Komödien wurden hier auch eine Reihe von Filmen mit „Western“-Motiven gedreht, von denen einzig Feuerteufel vollständig überliefert ist. Und natürlich wurden nicht nur die Außenaufnahmen hier in der Region gedreht, es wurden auch jede Menge Komparsen gebraucht, die sich aus den Arbeitslosen des Ludwigshafener „Hemshof“ rekrutierten.
HOCHWALD
Termin: 16.12.2026, 18:00 Uhr
Vortrag: Evi Romen - Regisseurin, Wien/Rom
Gell, hinter den Bergen ist Deutschland? Hinter den Bergen ist Deutschland.
A/B 2020 | Regie: Evi Romen | 107 Min.
Die Südtiroler Option von 1939 zwang eine ganze Bevölkerung zu einer nahezu unmöglichen Entscheidung: bleiben oder gehen, Heimat oder Sprache, Italien oder das Deutsche Reich. Sie spaltete Dörfer, Familien und Freundschaften in „Dableiber“ und „Optanten“. Auch wenn die historischen
Fronten längst verschwunden sind, wirkt diese Erfahrung bis heute im kollektiven Gedächtnis Südtirols nach. Die Frage, wer man ist, wohin man gehört und wie viel Abweichung eine Gemeinschaft aushält, ist in einem Grenzland nie ganz unschuldig. Wie werden solche historischen Verletzungen
über Generationen weitergegeben, selbst wenn niemand mehr ausdrücklich von ihnen spricht? In diesem Sinne liegt die Geschichte der Option auch unter der Oberfläche des Films Hochwald.
WINTER-WEIHNACHTSSPECIAL
Sonderveranstaltung des Literaturherbst Heidelberg 2026 am Freitag, 18.12., 20:00 Uhr, GLORIA
Ein literarisch-musikalischer Romantik-Abend mit Veronika Haas, Matthias Paul, Jutta Wagner, Brigitte Becker (Klavier) und Barbara R. Grabowski (Gesang)
mit Begrüßungsgetränk und süßem Weihnachtsgruß
„Die Welt muss romantisiert werden“
Romantische Lebenskunstlehre zwischen Weihnachtsbraten und Sommer-Punsch, Zankäpfeln und Obst-Diät, Sehnsuchtsort und Klatschnest
„Die Welt muss romantisiert werden“, bringt Novalis die romantische Lebenskunstlehre auf eine einfache Formel: Denn wer das Gewöhnliche, das Alltägliche nur ein wenig romantisiert, verzaubert, der kann sie halten: die schöne Vorstellung vom kleinen oder auch vom großen Lebensglück. Kaum eine andere Stadt wurde – sommers wie winters – derart romantisiert wie Heidelberg: „Man kann hier bei Eis und Schnee nur an den Zuckerbäcker denken“, schwärmt Brentano, „wie dieses Land auch im Winter gesegnet ist“. Mit der Romantik wurde Heidelberg zum bis heute gefeierten und viel besuchten Sehnsuchtsort, dass sich Wilhelm Müller, der Dichter von Schuberts Winterreise, im ausgebuchten Hotel nur mit einer dunklen Dachkammer zu begnügen hatte. „Man müsste hier leben!“, ruft Victor Hugo begeistert, Eichendorff kürt die Stadt zur Heile-Welt-Oase, „als gäbe es nichts Gemeines auf der Welt“. Die einen schwärmen von Heidelberg, andere beklagen die hohen Preise, schon Lessing verprasste verzweifelt Geld beim Lottospiel. Für Helmina von Chézy ist Heidelberg „ein Zugnest und ein Klatschnest“. In den Restaurants werfen sich Romantiker und Romantik-Gegner gegenseitig grimmige Blicke zu, denn in keiner anderen Stadt wurde der Streit zwischen Klassik und Romantik derart leidenschaftlich ausgefochten wie in Heidelberg. Auch die Anreise oder die Fahrt mit Kutsche und Schlitten durch die Stadt waren oft gefährlich, weshalb Knigge in Heidelberg einen Elchtest für Kutschen erfindet. Im Schlitten wärmt sich Robert Schumann mit reichlich Rum, der ihn zudem darüber hinwegtröstet, dass es für ihn an Weihnachten in Heidelberg nur Stockfisch gab; Goethe beklagt die Missgeschicke, die einem widerfahren können: „Ich hab mir bey der Schlittenfahrt mit der Peitsche höllisch übers Aug gehaun“.
In ihrer Kunst und Weltanschauung verklären die Romantiker alle Widrigkeiten, auch jene, die sich in der Liebe, Ehe, Kindererziehung oder bei Familien- und Weihnachtsfesten einstellen können. Tagebücher, Reisenotizen und Briefe verraten indes, dass selbst die Romantiker oftmals ihre liebe Not mit der Romantisierung ihrer Welt hatten. Ein besonderes Live-Hörspiel, das Heidelberg zur Zeit der Romantik sommers wie winters lebendig macht, mit vielen unbekannten, ernsten wie humorigen Vorfällen und mit Kompositionen u.a. von Bettina von Arnim, Robert und Clara Schumann.
LIEBE, TANZ UND LEIDENSCHAFT
Kurzfilmreihe Shorts Attack! - Silvester-Special, 31.12., GLORIA
7 Kurzfilme & Heidelberg-Gewinnerfilm des Vormonats
Die musik-intensive Weltreise mit überraschenden Plots führt zu Menschen, die in ihrem Lebensumfeld herausgefordert sind: Ein Arbeiter entdeckt den Tanz im Freien, eine junge Mutter flüchtet aus dem Wohnheim, Kultur wird zur bebenden Kraft, Identitäten entfalten Selbstvertrauen und die Schöpfung entsteht neu. Die 7 Filme stehen für visionäre Hingabe, für den Spaß am Miteinander und die Verantwortung ums Gemeinsame.
Am Ende gibt es ein Online-Voting. Zudem stimmen wir per "Applaus-O-Meter" für den Heidelberger Lieblings-Kurzfilm des Monats. Den Monatssieger zeigen wir jeweils im folgenden Monat bei den Shorts Attack! als Eröffnungsfilm.