Gloria & Gloriette - Die Kamera










Das kleine Zimmer





Schweiz / Luxemburg 2010
Regie: Stéphanie Chuat, Véronique Reymond
Drehbuch: Stéphanie Chuat, Véronique Reymond
Kamera: Pierre Milon
Länge: 87 Minuten
Darsteller: Michel Bouquet, Florence Loiret-Caille, Eric Caravaca, Joël Delsaut, Valérie Bodson, Fabienne Barraud


Edmond (Michel Bouquet) ist alt geworden. Seine Frau lebt schon lange nicht mehr. Offenbar ist sie, die Bergsteigerin, verunglückt. Edmond muss sich allein durchschlagen. Das Verhältnis zu seinem Sohn ist denkbar schlecht. Der will seinen Geschäften nachgehen und sähe den Vater am liebsten im Altersheim. Aber Edmond wehrt sich mit Händen und Füßen. Und da er mürrisch, selbstbewusst und eigensinnig ist auch mit Erfolg.

Rose ist seine Krankenpflegerin. Sie kommt jeden Tag kurz. Allerdings geht es ihr noch schlechter als Edmond. Denn Sie hat ein Kind tot geboren. Ihr Schmerz ist grenzenlos, die Anfälle manchmal so schrecklich, dass es Marc, ihrem Mann, angst und bange wird. Oft macht sie ihre Arbeit rein mechanisch.

So geht das lange. Mit der Zeit wird die Beziehung zwischen Rose und Edmond wärmer. Sie freunden sich sogar an. Zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen leiden, scheinen im Schmerz eine Gemeinsamkeit zu finden. So sehr, dass Rose Edmond, der es im Altersheim oder Krankenhaus nicht aushält, sogar versteckt. Die beiden schützen sich und wehren sich gegen außen.

Edmonds Leben nähert sich dem Ende. Er will noch einmal hinauf in die Berge, wo sich seine Frau so gerne aufhielt. Auch Rose beginnt wieder zu leben. Marc wird es zwar am Anfang noch schwer haben, aber der Neubeginn lässt sich gut an.

An sich haben die Probleme von Edmond und Rose nichts miteinander zu tun. Aber das Leid schweißt sie zusammen.

Die beiden Regisseurinnen haben diese Schicksale mit einer dramaturgischen Subtilität und einem Feingefühl beschrieben und in Szene gesetzt, die bewegen. Ein schöner, anrührender Film.

Michel Bouquet, der große Theaterschauspieler, als Edmond und Florence Loiret Caille als Rose spielen ihre Rollen durchgehend so echt und lebendig, dass man von einem beachtlichen künstlerischen Rang sprechen kann.

Thomas Engel


     

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