Gloria & Gloriette - Die Kamera










The Railway Man (Die Liebe seines Lebens) - engl. OmU





OT: The Railway Man
GB/ Australien 2013
Regie: Jonathan Teplitzky
Buch: Andy Paterson, Frank Cottrel Boyce
Darsteller: Colin Firth, Nicole Kidman, Stellan Skarsgard, Jeremy Irvine, Hiroyuki Sanada, Sam Reid, Tanroh Ishida

Drama nach den Memoiren des britischen Ex-Kriegsgefangenen Eric Lomax, dessen Katharsis Colin Firth nuanciert und packend zu transportieren versteht.
"Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken". Dieses Zitat stammt von Mahatma Gandhi und trifft den Kern von "The Railway Man". Um die heilende Kraft der Versöhnung geht es in Jonathan Teplitzkys ("Besser als Sex") angenehm altmodischem, verschachtelt erzähltem Drama, das auf dem gleichnamigen autobiographischen Bestseller von Eric Lomax fußt, der starb als die Adaption sich gerade in der Postproduktion befand.
1983 setzt die Handlung ein, Eisenbahnfan Lomax lernt auf einer Zugfahrt die Ex-Krankenschwester Patti (Nicole Kidman) kennen. Sie ist von seinem Wissen um Fahrpläne und Geschichte, seinem besonnen Wesen und seiner unaufdringlichen Art sofort angetan. Es dauert nicht lange bis die beiden heiraten. Kurz nach der Hochzeit stellt die Gattin jedoch fest, dass ihr Mann schwer traumatisiert ist. Albträume plagen ihn, nichts aus seiner Vergangenheit will er preisgeben. Entschlossen ihre Ehe zu retten, wendet sich Patti an Finlay (Stellan Skarsgård), einen Kriegskameraden Erics, um Hilfe.
Etwas willkürlich zwischen Gegenwart und Vergangenheit pendelt die von Garry Phillips ("Catch a Fire") wunderbar fotografierte, in Schottland und Australien gedrehte Arbeit. Warme Sepiatöne dominieren in der Gegenwart, satte, kräftige Farben in der Vergangenheit, in der der schottische Offizier Lomax (fantastisch: Jeremy Irvine) während des Zweiten Weltkriegs von den Japanern gefangen genommen wird. Als Zwangsarbeiter wird er am Bau der Eisenbahnlinie zwischen Thailand und Burma, der sogenannten "death railway", eingesetzt, ein sadistischer Offizier namens Nagase (Tanroh Ishida) macht ihm und seinen Kameraden dabei das Leben zur Hölle.
Wie Lomax seinen Frieden findet, auf Drängen seiner Frau schließlich nach Fernost reist, um Nagase (Hiroyuki Sanada) mit dessen Taten zu konfrontieren, auf diesen emotionalen Höhepunkt steuert der Film zu. Bedächtig und unspektakulär hält Teplitzky den Ton, Grausamkeiten, Entbehrung und Qualen deutet er nur an. Erinnerungen an "Die Brücke am Kwai" werden wach, statt auf ein aufwändiges Produktionsdesign - was auch dem 26-Millionen-Dollar-Budget geschuldet ist - setzt er ganz auf das nuancierte, differenzierte Spiel von Firth und Kidman, die Rachel Weisz als Hauptdarstellerin ablöste. Die Schauwerte sind ansprechend, Kostümbild und Ausstattung akkurat und der Score Davis Hirschfelders ("Australia") liefert die nötige Dramatik. geh.
Kino.de.


     

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