Gloria & Gloriette - Die Kamera










Dancing Arabs (Mein Herz tanzt) - arab./hebr. OmU





Israel, Deutschland, Frankreich 2014
Regie: Eran Riklis
Darsteller: Tawfeek Barhom, Razi Gabareen, Ali Suliman, Yaël Abecassis, Marlene Bajali
Drehbuch: Sayed Kashua

Der palästinensische Junge Eyad ist ein schlaues und standhaftes Bürschlein. Dem Krämer im Dorf rechnet er flugs vor, wie hoch dessen Gewinnspanne bei Alltagswaren ist. Als in der Schule die Berufe der Väter Gesprächsthema sind, beharrt er partout darauf, sein Vater sei ein Terrorist – da mag der Lehrer die Ohren noch so lang ziehen. Auch ein jüdischer Austauschschüler, mit dem er statt Räuber und Gendarm Sharon und Arafat spielt, bekommt ob dieser Aussage ordentlich Muffensausen. Wahr ist: als Student gehörte der Vater zu jenen, die Widerstand gegen die Gründung des Staates Israel leisteten. „Wir hatten gehofft, unser Land würde von den Juden befreit. Heute wären wir schon froh, wenn man uns in Würde leben ließe“, erzählt er seinem Sohn, der nun – nach einem kurzen Zeitsprung ins Jahr 1988 – als erster und bislang auch einziger Palästinenser an einem Eliteinternat in Jerusalem angenommen wird.
Regie bei dieser berührenden und auch mit Humor gespickten Parabel über die schwierige Suche nach einer eigenen Identität in einem Klima gesellschaftlicher Stigmatisierung und kultureller Gegenpole führte der israelische Regisseur Eran Riklis. Wie zuletzt schon in seinen Filmen „Die syrische Braut“ und „Lemon Tree“ sind es immer wieder die rassistisch motivierten Sticheleien, die Konflikte anschwellen lassen und denen mit Bedacht und durchaus auch einer Spur von Täuschung begegnet werden muss. Riklis setzt hier nicht auf die harte Konfrontation, sondern auf einerseits Diplomatie und den ganz eigenen Weg des Jungen. Ein Weg, der unterm Strich nicht ganz ungefährlich ist, sich in diesem massentauglichem Wohlfühlfilm aber auf eine einerseits erwartbar sanfte Weise vollzieht, der trotzdem aber seine Überraschungsmomente birgt.
Die Idee zu diesem 2014 in Locarno auf der Piazza Grande gefeierten Films lieferte der semi-autobiographische Roman des in den USA lebenden Haaretz-Kolummnisten Sayed Kashua, der auch das Drehbuch schrieb. Gefallen hat das Werk auch dem ehemaligen israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres. „Ich bin voller Hoffnung, dass dieses Land noch schöner werden kann, wenn es ein Recht auf Vielfalt gibt, und wenn wir die Verschiedenartigkeit jedes einzelnen Menschen anerkennen”, postete er nach Sichtung von „Mein Herz tanzt“ auf seiner Facebook-Seite.


     

Zum Trailer
 


GLORIA FTB GmbH, Heidelberg. Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen (auch Saaltausch) vorbehalten. 


[Impressum]