Gloria & Gloriette - Die Kamera










Jack





PREMIERE am Sonntag, 05.10.2014, 14:30 Uhr, GLORIA
Wir begrüßen den Regisseur Ed Berger

Deutschland 2013/2014
Regie: Edward Berger
Buch: Edward Berger, Nele Mueller-Stöfen
Darsteller: Ivo Pietzcker, Luise Heyer, Georg Harms, Vincent Redetzki, Jacob Matschenz
Kamera: Jens Harant

In Edward Bergers realitätsnahem Sozialdrama irren ein Zehnjähriger und sein kleiner Bruder auf der Suche nach ihrer Mutter tagelang durch Berlin.
Als leises Sozialdrama um die Reise eines zehnjährigen Jungen, der früh gelernt hat Verantwortung zu übernehmen, überzeugte "Jack" auf der Berlinale 2014. Edward Berger ("Ein guter Sommer"), Grimme-Preisträger und vor allem als TV-Regisseur tätig, und seine Lebensgefährtin, die als Schauspielerin bekannte Koautorin Nele Mueller-Stöfen verstehen es perfekt, sich ins Seelenleben ihres Mini-Helden - grandios verkörpert von Ivo Pietzcker - hineinzudenken und beschreiben lakonisch und poetisch von dessen Suche nach seiner im Grunde herzensguten, aber überforderten jungen Mutter, die ihn wegen ihres neuen Freunds einfach vergessen hat.
Frühmorgens lernt der Zuschauer Jack und seinen Bruder kennen. Die Sonne scheint durchs Fenster. Der Ältere springt auf, rennt in die Küche, mischt Müsli und Milch, holt Anziehsachen von der Wäscheleine. Routiniert macht er sich und den kleinen Manuel (Georg Arms) fertig, wenige Minuten später sind die beiden schon auf dem Weg in die Schule. Jack, das wird in dieser Szene sofort klar, hat gelernt für sich selbst zu sorgen. Mama Sanna (Luise Heyer) ist oft nicht da, trotz ihrer 26 Jahre selbst noch ein Kind. Manchmal jobbt sie in der O2-Arena, nachts zieht sie durch Clubs, lässt sich auf wechselnde Männer ein - und hat so oft einfach keine Zeit für ihre Kids.
Jack landet im Heim, weil Manuel sich mit heißem Wasser verbrüht hat. Die Mutter, die ihn in die Ferien abholen soll, sagt via Telefon ab: "Ist doch nicht schlimm, oder?" "Nö", antwortet Jack cool mit todtraurigem Blick und macht sich, nachdem er den Bruder bei einer Freundin Sannas gefunden hat auf die Suche nach ihr. Auf die Nachrichten, die er ihr auf kleinen Zetteln und der Mailbox hinterlässt, reagiert sie nicht. So beginnt für die Buben eine Odyssee durch Berlin. Avus, Friedrichstraße, Messedamm, Parks und öde Grünflächen; geschlafen wird in einem Auto in einer Tiefgarage, flugs werden in einer Bäckerei Kaffeesahne und Tütenzucker eingesteckt, die Mahlzeiten so ersetzt. Um sich endlich aus seiner misslichen Lage zu befreien, wagt Jack in letzter Konsequenz einen geradezu unglaublichen Schritt.
Die Handkamera Jens Harants bewegt sich auf Augenhöhe der Kinder, ausschließlich aus deren Perspektive wird die Geschichte erzählt. Eher gemächlich ist das Tempo, es gibt keine hektischen Schnitte, sondern zahlreiche Plansequenzen. Die Dinge sind wie sie eben sind, es geht um Not, Einsamkeit und Überforderung. Schuldzuweisungen bleiben aus. "Jack" ist eine fast dokumentarische Momentaufnahme aus dem wirklichen Leben, festgehalten in eindringlichen Bildern. Viel wird hier von der modernen, kalten Großstadtgesellschaft verraten. geh.
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