Gloria & Gloriette - Die Kamera










Lola auf der Erbse





Deutschland 2014
Regie, Buch: Thomas Heinemann
Darsteller: Tabea Hanstein, Christiane Paul, Tobias Oertel, Arturo Perea Bigwood, Antoine Monot
Länge: 90 Minuten

Lola (Tabea Hanstein) ist elf Jahre alt und lebt mit ihrer flippigen Mutter Loretta (Christiane Paul) irgendwo in Bayern auf einem Hausboot namens Erbse. Lolas Vater ist schon länger verschwunden und blickt nur noch von einem Foto am Nachttisch auf seine Tochter, die langsam erwachsen wird und das Unvermeidliche akzeptieren lernen muss. Vor allem, dass ihre Mutter einen neuen Freund hat: Kurt (Tobias Oertel) ist Tierarzt, trägt Schnäuzer und lange Haare und ist eigentlich ganz nett, wie auch Lola widerwillig zugeben muss.
Und noch einen weiteren neuen Menschen lernt Lola kennen: Rebin (Arturo Perea Bigwood) einen schweigsamen Jungen, der wie aus dem Nichts in dem kleinen Dorf aufgetaucht ist und nun mit Lola die Schulbank drückt. Zeit hat Rebin nie, denn nach der Schule trägt er Prospekte aus, fischt manchmal im Fluss und bemüht sich redlich, seine Familie zu unterstützen. Denn die ist aus Kurdistan geflüchtet und lebt illegal im Keller eines verlassenen Hauses. Der Vater Tayyip arbeitet für den selbstgefälligen Herr Barkelt, der den lokalen Bootsverein betreibt, während die Mutter oft krank ist. Anfangs kann Lola zwar genauso wenig mit Rebin anfangen wie mit Kurt, doch nach und nach lernt sie, dass es oft angenehmer ist, Dinge gemeinsam zu erleben...
Klassisches Kinderkino ist Thomas Heinemanns "Lola auf der Erbse", der seine junge Hauptdarstellerin immer wieder neben einem Rettungsreifen des Hausbootes zeigt und direkt in die Kamera sprechen lässt. Über sich, ihr Leben und ihre Gefühlswelt redet Lola in diesen Momenten, was gleichermaßen wie ein gesprochenes Tagebuch wirkt und wie die Bekenntnisse aus unzähligen TV-Shows, in denen Gedanken verbalisiert werden. Und auch abseits dieses ungewöhnlichen Einfalls versucht Heinemann andere Wege zu gehen und peppt die Selbstfindung Lolas mit einer Migrationsgeschichte auf, die oft nicht so recht in die bayerische Provinz passen mag, in der der Film spielt.


     

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