Gloria & Gloriette - Die Kamera










Wacken





LOUDER THAN HELL
D 2014
Regie: Norbert Heitker
Mitwirkende: Nine Treasures (Mongolei), Rotten State (Uruguay), God – The Barbarian Horde (Rumänien), Alice Cooper, Henry Rollins, Rammstein, Motörhead, Anthrax, Deep Purple sowie Festivalbesucher aus der ganzen Welt
Laufzeit: 90 Minuten

Für jeweils vier Tage im Sommer schlägt im kleinen, schleswig-holsteinischen Dorf Wacken das Herz der Metal-Musik – und das bereits seit fast 25 Jahren. Gegründet von echten Rock-Fans hat sich das „Wacken Open Air“ oder kurz „W:O:A“ als das größte Heavy-Metal-Get-Together der Welt im Festivalkalander fest etabliert. Wacken ist ein Phänomen und ein trotz seiner Größe noch immer fast familiäres Event mit einer einzigartigen Atmosphäre. Hier treten die Größen des Hard Rock und Heavy Metals auf und freuen sich dabei wie kleine Kinder. 2013 kamen unter anderem Deep Purple, Rammstein, Anthrax, Motörhead, Doro Pesch und Alice Cooper nach Wacken, wo sie nicht nur von über Hunderttausend Besuchern sondern auch von Regisseur Norbert Heitker und 18 Kamera-Teams erwartet wurden. Letztere hatten den Ehrgeiz, das viertätige Festivalgeschehen für eine Kinodokumentation erstmals in 3D einzufangen.
Das sollte vor allem eine logistische Herausforderung werden, galt es doch neben einer zu Beginn eher lose abgestimmten Dramaturgie vor allem einen genauen Zeitplan einzuhalten, der von den Auftritten der Musiker bestimmt war. Daneben begleitete Heitker, der früher schon Musikvideos u.a. für „Die Ärzte“ und „Rammstein“ inszenierte, Festivalbesucher und drei Nachwuchsbands, die an einem internationalen “Metal Battle“ auf dem W:O:A teilnahmen. Schon die Shows von „Rotten State“ aus Uruguay und den mongolischen (!) Metalheads von „Nine Treasures“ verdeutlichen, wie groß die Bandbreite an Einflüssen und Richtungen innerhalb des Metal-Universums sein kann. In dieses taucht der Film nach seiner kurzen, beschaulichen Exposition dann auch mit voller Leidenschaft und Begeisterung ein. Dank des 3D-Effekts und eines erstklassigen Surround-Sounds fühlt man sich selbst als Kinozuschauer mitten in das Geschehen vor, auf und hinter den Festivalbühnen versetzt.
Der Film versucht erst gar nicht, eine Neutralität herzustellen oder einen gewissen Abstand zu wahren. Stattdessen schlägt sein Herz für Musik, Wacken und all jene, die Jahr für Jahr in die norddeutsche Provinz pilgern. Manche von ihnen nehmen dafür eine Anreise von mehreren Tagen und Tausenden Kilometern auf sich. Sie kommen aus allen Teilen der Welt, weil sie vom Wacken-Virus und der Liebe zum Heavy Metal infiziert sind. Diese Begeisterung transportiert Heitkers überaus kurzweilige Musikdokumentation in jeder Einstellung. Egal ob wir den Bands bei ihren Auftritten zuhören – Rammsteins Pyroshow zu „Du hast“ ist zweifellos der visuelle Höhepunkt von „Wacken 3D“ – oder die Kamera in das von Bier, Matsch und durchschwitzten Körpern beherrschte Festivalgeschehen eintaucht, die ehrliche Faszination für diese im übrigen sehr friedliche Subkultur bildet stets der Ausgangspunkt und Antrieb von Heitkers musikalischer Expedition. Natürlich widmet er sich auch den Paradiesvögeln und Partyexzessen. In Erinnerung bleiben aber letztlich andere Momente. Ein Vater, der seinen Teenager-Sohn mit nach Wacken nimmt, oder eine junge Taiwanesin, deren Familie glaubt, sie sei auf Geschäftsreise. Erstaunlich ist zugleich wie ruhig und entspannt viele der Künstler im Interview wirken. Während sie auf der Bühne ihre Aggressionen laut herausschreien, sind sie im Gespräch plötzlich eine andere Person. Musik kann eben auch ein Ventil sein und „Wacken 3D“ die dazu passende Anleitung. Marcus Wessel


     

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