Gloria & Gloriette - Die Kamera










One chance - einmal im Leben





Großbritannien, USA 2013
Regie: David Frankel
Drehbuch: Justin Zackham
Kamera: Florian Ballhaus
Darsteller: Jemima Rooper, Julie Walters, James Corden, Colm Meaney, Mackenzie Crook, Simon Cowell
LĂ€nge: 103 Minuten

Vom HandyverkĂ€ufer zum Klassikstar: Paul Potts' Karriere rĂŒhrt jeden, der noch Sinn fĂŒr moderne MĂ€rchen besitzt. Denn der 37-jĂ€hrige Laientenor aus Großbritannien verkörpert so gut wie kein anderer die Botschaft: Nutze deine Talente, auch wenn scheinbar alles gegen dich spricht. Seine Geschichte ist inzwischen Legende. Kein Wunder, dass der kometenhafte Aufstieg des scheuen Waliser Amateur-OpernsĂ€ngers Hollywood inspiriert sein Leben in Kinobilder zu kleiden. Als Vorlage fĂŒr das Drehbuch diente Paul Potts Biographie mit dem Titel: „Wie der Traum meines Lebens wahr wurde“.
„Sei immer ganz du selbst!” Diese Kernaussage transportiert der Titelheld trotz seiner schwierigen, oft schmerzhaften Entwicklung. Paul Potts (James Corden) entdeckt sein Talent und seine Leidenschaft fĂŒr die Oper in einer Umgebung, in der das Leben von ganz konkreten Geld- und Zukunftssorgen bestimmt ist. Da werden musische oder kĂŒnstlerische Interessen schnell als ĂŒberflĂŒssiger Luxus empfunden. Die Auflösung gewohnter Lebensmuster macht Angst. Den immer weiter wachsenden Konflikt zu Hause steht Paul nur mit UnterstĂŒtzung seiner Mutter (Julie Walters) durch.
Von klein auf sieht sich der etwas pummelige Junge freilich Anfeindungen seiner MitschĂŒler ausgesetzt. SchĂŒchtern versteckt er seine Leidenschaft. „Ein endloses Drama voller Gesang und Gewalt, wie eine Oper, die Oper meines Lebens“, erinnert er sich in einer ersten Einstellung im Film. Trotzdem bricht Paul nach Venedig auf, um dort an einer Opernschule ausgebildet zu werden. Doch beim Vorsingen sagt ihm sein absolutes Vorbild, der berĂŒhmte Tenor Luciano Pavarotti, dass ihm das nötige Selbstbewusstsein fĂŒr einen großen SĂ€nger fehle. Gebrochen kehrt Paul nach Bristol zurĂŒck und will seinen Traum gĂ€nzlich aufgeben. Doch seine Freundin Julie-Ann (Alexandra Roach) und sein bester Kumpel Braddon (Mackenzie Crook) ĂŒberzeugen ihn davon, es noch einmal zu probieren.
Obwohl Regisseur David Frankel seine Geschichte auf geradlinige Art, ohne grĂ¶ĂŸere RĂŒckblenden, erzĂ€hlt taucht der 54jĂ€hrige New Yorker den Zuschauer in ein Wechselbad der GefĂŒhle. Dabei wirkt sein bewegendes Biopic streckenweise wie ein spĂ€tes Produkt des New British Cinema und bietet Schlaglichter auf den Alltag einer Arbeiterfamilie aus Bristol. Das ehrliche Selbstfindungsdrama erinnert nicht zuletzt an das feinfĂŒhlige Feel-Good-Movie „Billy Elliott – I will dance“. Seine einprĂ€gsame Milieustudie samt stimmungsvoller Liebesgeschichte wĂŒrzt Frankel zudem mit trockenem britischem Humor. Als SympathietrĂ€ger und Identifikationsfigur steht der jugendliche Held, beherzt gespielt von James Corden, der sich bei seinem Kampf um Anerkennung und Selbstverwirklichung aus seinem sozialen Umfeld löst.


     

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GLORIA FTB GmbH, Heidelberg.
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