Gloria & Gloriette - Die Kamera










The best offer - Das höchste Gebot





Italien 2012
Regie: Giuseppe Tornatore
Darstellende: Geoffrey Rush, Jim Sturgess, Donald Sutherland, uva.
Laufzeit: 123 Minuten


„In jeder Fälschung steckt ein Stück Authentizität“, der das sagt muss es wissen. Virgil Oldman (Geoffrey Rush) gilt schließlich als einer der weltbesten Kunstkenner und arbeitet als hochkarätiger Auktionator. Als wahrer Snob und Gentleman pflegt Oldman einen standesgemäß exzentrischen Lebensstil. Wenn er sein schickes Domizil verlässt, dann stets mit den passenden Handschuhen, die er nur höchst ungern ablegt. Menschen mag er nicht besonders, Frauen schätzt der Sonderling nur auf Gemälden. Dank seinem alten Kumpel Billy (grandios: Donald Sutherland), der bei Auktionen als vermeintlicher Bieter auftritt, hat Oldman es trickreich zu einer absolut atemberaubenden Kunstsammlung unbezahlbarer Frauenporträts gebracht, die er in einem geheimen Saal seiner Villa hinter einer Tresorwand versteckt.
Der alte Fuchs wittert weitere Schätze, als eine junge Frau ihm ihr Erbe zur Versteigerung anbietet. Die 27-jährige Claire Ibbetson (Sylvia Hoeks) gibt sich ausgesprochen mysteriös. Die Lady leidet unter Agoraphobie, hat Panik vor Menschen und verschanzt sich deshalb in einem Raum ihrer Villa. Das anfängliche Misstrauen des Auktionators weicht langsam seiner Neugier. Der gefühlskalte Sammler entdeckt zunehmend Gefühle für die Seelenverwandte. Dass er in der Villa die Teile einer mechanischen Puppen-Rarität findet, verstärkt seine Leidenschaft umso mehr. Liebe macht letztlich auch den raffiniertesten Trick-Profi blind - und wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten.
Italiens Erfolgsregisseur Giuseppe Tornatore („Cinema Paradiso“) präsentiert einen atmosphärisch dichten, clever konstruierten Komplott-Krimi, der vergnüglich seine Haken schlägt und unerwartete Wendungen bietet. Mit stilsicherer Eleganz samt visuellem Einfallsreichtum entführt er in die vornehme Welt der coolen Kunsthändler und ihrer ganzen Gier. An diesem raffinierten Puzzlespiel um Phobien, Neurosen sowie verklemmter Leidenschaft hätte auch ein Hitchcock sein Vergnügen - ebenso wie an den stimmungsvollen Klängen des Soundtrack-Maestros Ennio Morricone.
Seinen besonderen Kick bekommt das Krimi-Kunststück durch die exquisite Besetzung. Oscar-Besitzer Geoffrey Rush gibt den Gentleman mit grandioser Lässigkeit und gewohntem charismatischem Charme. „Cloud Atlas“-Mime Jim Sturgess glänzt in der Rolle als begnadeter Mechaniker und Flirt-Experte einmal mehr als vermeintlicher Unschuldsbubi, der es faustdick hinter den Ohren hat. Und Leinwand-Legende Donald Sutherland (diesmal mit weißer Mähne und Zottelbart) macht dem Publikum traditionell ein Schauspiel-Angebot, das man kaum ablehnen kann. Q: Dieter Oßwald für Programmkino.de


     

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